Neu-Heimwerker Maddin Schneider berichtete über ungewollte Schicksalsschläge

Besser dübele wie grübele

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Maddin vor seinem neu erworbenen Heim, bei dem es, auch nachdem der „Vorkostenanschlag“ schon voll und sein Portemonnaie leer war, noch einige Mängel und vor allem kein Klo gab - was für den Kabarettist zum Verhängnis wurde

Reichensachsen. „Angenommen, ich würde Montagmorgen vom Laster überfahren, da würde ich doch gar nicht vor die Tür gehen; wenn ich jeden Montagmorgen vom Laster überfahren würde, dann könnte ich mich darauf einstellen, damit könnt ich leben“, philosophierte Kabarettist Martin Schneider, alias Maddin, bei seiner „Lach oder Stirb“-Vorstellung am Freitagabend im Bürgerhaus Reichensachsen.

Doch leider kämen Schicksalsschläge immer so unglaublich ungelegen und vor allem immer unangekündigt. „Ich bin ein Freund von Kontinenz, also Gewohnheit, Inkontinenz hab ich schon immer gehasst“, erklärte der Hesse den knapp 200 Gästen im sehr gut gefüllten Saal.

Hautnah zum Anfassen zeigte sich Maddin nach seiner Vorstellung und ließ sich auch zum einen oder anderen Foto überreden.

Seine On-Off-Beziehung sei für ihn auch bereits zur Gewohnheit geworden. Nach dem Motto „alles neu macht der Mai“ würde seine Freundin Janine ihn mittlerweile auch jedes Jahr im Mai verlassen. Grund dafür sei jedes Mal der Adventskranz, den sie kurz vorher, im Dezember, noch bewundert, fünf Monate später aber schon wieder ihre Meinung darüber geändert habe. „Wisst ihr, was in zehn Jahren ist? Da feiern Janine und ich Silbertrennung!“, freute sich Maddin, der - als Schneckeschäcker - aber grundsätzlich im Juni wieder mit Janine zusammen käme.

Wegen der vielen schmerzlichen Erinnerungen an die Oma („Oma hat immer gesagt, aus ‘nem traurigen Arsch kommt kein fröhlicher Furz“) verkauft er ihr Haus und kauft sich kurzerhand dafür ein heruntergekommenes Häuschen, das er renovieren lässt.

Nachdem der Vorkostenanschlag voll und sein Portemonnaie leer ist, kommt er am Mittwochvormittag, der zu einem schwarzen Montag für ihn wird, mit Sack und Pack dort an. „Das waren Bilder, die man nur aus Erdbebengebieten kennt“, berichtet er dem Publikum. Besser dübele wie grübele, denkt er sich und fängt an, die Duschtasse, wie in der alten Wohnung, bei den anderen Tassen in der Küche zu montieren. „Als Janine das mitbekommen hat, ist sie eskaliert und hat sich getrennt - mitten im August!“, sagte Maddin. Vor lauter Aufregung muss er außerplanmäßig „kacke“ und sieht sich gezwungen, das Dixi-Klo der Bauarbeiter zu benutzen. Die „Rekanalisation“ des „Lailailamas“ und der Frosch, den er an seinem zehnten Geburtstag mit seinem neuen Bonanza-Fahrrad überfahren hat sind nur zwei der Dinge, über die er sich Gedanken macht, während er ungewollt im Dixi-Klo festsitzt. Als er es letztendlich derart zum Wackeln bringt, dass es den Berg herunter rollt und sich öffnet, fühlt er sich total verändert, riecht auch schon so, kommt wieder mit Janine zusammen und rollt sich seitdem gemeinsam mit ihr jeden Abend um 22 Uhr im Dixi-Klo den Berg herunter, um ein bisschen Rock’n Roll in sein Leben zu bringen.

Martin Schneider belohnte sein tosendes Publikum mit einer Zugabe samt Musikeinlage durch Freund Jochen. (gus)

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