Verstorbene noch zweimal umgesetzt

Bestatter setzt Urne im falschen Grab bei - Familie erstattet Anzeige

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Eschwege. Ein Bestatter aus der Region Werra-Meißner hat die Urne mit den sterblichen Überresten einer Frau in einem falschen Grab beigesetzt.

Ohne es den Angehörigen mitzuteilen, hat er anschließend die Urne noch zweimal versetzt. Die Tochter der Verstorbenen hat gegen den Bestatter jetzt Anzeige wegen Störung der Totenruhe erstattet.

Die Trauerfeier zur Urnenbeisetzung hatte bereits am vergangenen Freitag auf dem Eschweger Friedhof stattgefunden. Die Frau wurde nach Angaben der Hinterbliebenen im Beisein von Pfarrerin und Trauergemeinde würdevoll beigesetzt. 

Anschließend fuhr die Gesellschaft nach Reichensachsen zum Trauerkaffee. Als sie drei Stunden später Fotos von der Grabstelle machen wollten, war zwischenzeitlich ein anderes Grabkreuz angebracht. Urne, Kreuz und Grabschmuck der Mutter waren verschwunden.

„Ja, ich habe die Urne in einem falschen Grab beigesetzt“, gibt der Chef des Bestattungsunternehmens zu. An diesem Tag fanden zwei Beisetzungen auf dem Eschweger Friedhof statt. Statt in einem Wiesenwahlgrab für zwei Personen, wie es die Angehörigen gewünscht hatten, weil der Mann der Verstorbenen später einmal neben seiner Frau beerdigt werden möchte, wurde die Urne in einem Einzelgrab untergebracht.

Anzeige erstattet hat die Familie der Verstorbenen, weil der Bestatter ihrer Meinung nach entgegen der Absprachen die Urne auch aus dem neuen Grab ohne Wissen der Hinterbliebenen entfernt hat. Nach weiteren Nachfragen habe der Bestatter den „Vertrag beendet“. „Wir möchten warnen, damit so etwas nicht noch mal passieren kann“, begründet die Tochter der Verstorbenen die Anzeige. Polizeisprecher Jörg Künstler bestätigt den Eingang der Anzeige. Die Beteiligten werden jetzt angehört. Die Staatsanwaltschaft wird prüfen, ob es zur Anklage kommt.

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