Bestellte Tische bleiben leer: Gastronomen ärgern sich über geplatzte Reservierungen

Werra-Meißner. Die Tische sind einladend eingedeckt, in der Küche die Vorbereitungen abgeschlossen. Die Gäste können kommen. Sie haben reserviert. Und dennoch: Nicht immer erscheinen auch alle, die einen Tisch gebucht haben. Und das kommt in der Region zuletzt häufiger vor – zum Unmut und auch zum Schaden der Wirte. Das hat eine Stichproben-Umfrage unter Wirten ergeben.

Im vergangenen Weihnachtsgeschäft sei das Problem eklatant gewesen, berichtet Claudia Gehl vom Landhotel Gemeindeschänke in Altenburschla. Gäste hätten kurzfristig abgesagt oder seien überhaupt nicht erschienen. „So kurzfristig kann man den Tisch nicht noch mal vergeben“, sagt Claudia Gehl, die sich besonders darüber ärgert, dass man für die Gäste hochwertige Lebensmittel eingekauft habe. Außerdem müsse man Stammgäste enttäuschen, weil sie an diesem Abend keinen Platz mehr bekommen. Und es ärgere schon, wenn für 15 Leute bestellt wurde, aber nur acht, neun kamen, die nur mehr Platz am Tisch haben wollten, sagt Helga Missing vom Gasthaus Zur Krone in Witzenhausen.

Die Zahl der sogenannten No-Shows nimmt seit wenigen Jahren auch im ländlichen Raum zu, bestätigt Christian Pelikan, der Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands Werra-Meißner. Mit jeder auch „nur“ mündlich erbetenen Tischreservierung werde ein Vertrag eingegangen, gibt Pelikan mit Hinweis auf die Rechtslage zu bedenken. Doch es mangele bei etlichen Bestellern am Bewusstsein dafür. Warum also sollte ein Gastronom nicht eine Anzahlung oder die Kreditkartendaten des Kunden einfordern, äußert der Verbandschef Verständnis. Zumindest müssten die Wirte die Telefonnummer notieren und eine Stornofrist von drei Tagen setzen, meint Pelikan. „Doch das passiert größtenteils nicht.“

Im Landhotel Gemeindeschänke werden jetzt nur noch Reservierungen entgegengenommen, wenn auch die postalische Adresse des Gastes bekannt ist. 

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