Momentan keine Engpässe bei Belegung im Eschweger Tierheim

Mischlingshündin Lisa hat ein neues Zuhause gefunden: Ute Jänicke (links) entschied sich dafür, den Hund zu sich zu nehmen. Tierheimsleiterin Elvira Kaestner freut sich über die Vermittlung. Das kleine Bild zeigt eher unübliche Bewohner des Tierheims: Die sechs Gänse wurden vom Veterinäramt beschlagnahmt. Fotos: Faust

Eschwege. Nach dem Weihnachtsfest ist es ruhig geblieben: Im Eschweger Tierheim wurden keine Tiere abgegeben. Die derzeitigen Bewohner haben so genug Platz für sich.

Ute Jänicke aus Ifta hat ihre Entscheidung getroffen. Sie übernahm am Dienstag Mischlingshündin Lisa aus der Obhut des Eschweger Tierheims. Zwar musste erst sichergestellt werden, dass sich Lisa mit Jänickes Ersthund verträgt, doch dann war der Weg frei. „Eigentlich würde man ja allen Tieren gerne helfen“, sagt Jänicke.

Mit 23 Katzen, 17 Hunden und sechs Gänsen ist das Tierheim in Eschwege derzeit belegt. Eng wird es dort aber nicht. Die Leiterin der Unterkunft, Elvira Kaestner, sagt: „Im Moment haben wir viel Platz.“ Die Gänse seien - abgesehen von zwei Stuten, die vor mehreren Jahren vor dem Tierheim ausgesetzt wurden - aber schon eine Ausnahme. Das Veterinäramt hatte die gefederten Tiere beschlag-nahmt und jetzt im Heim abgegeben.

Anders als in vielen ähnlichen Einrichtungen, wurden in Eschwege direkt nach Weihnachten keine Tiere ausgesetzt. Kaestner rechnet allerdings damit, dass sich die Belegungszahlen bald ändern werden. „Erfahrungsgemäß werden im Frühjahr viele Katzenjunge bei uns abgegeben. Mitunter wohnen hier bis zu 80 Tiere.“

Zu festen Zeiten kümmert sich in Eschwege ein Team aus Angestellten und ehren-amtlichen Helfern um das Wohl der Tiere. Oft werde man mit den teilweise tragischen Schicksalen der Tiere konfrontiert. Berry beispielsweise, ein zehnjähriger Labrador, wurde vor einigen Wochen im Tierheim abgegeben - sein Körper war von zahlreichen Tumoren zerfressen. Das Tierheim musste eine dringend notwendige Operation bezahlen. „Es scheint, als hätten die ehemaligen Besitzer keine Lust auf einen kranken Hund gehabt“, bedauert Kaestner.

Die engagierte Tierfreundin hat schon oft erleben müssen, dass Haustiere einfach an der Pforte des Tierheims ausgesetzt wurden. Zu den weiteren Bewohnern gehören aktuell einige Mischlingshunde, unter anderem aus Rumänien, ein reinrassiger Schäferhund und Katzen verschiedenster Fellfarben.

Viele Tiere brauchen viel Aufmerksamkeit und Zuwen-dung, damit sie ein erstes Vertrauensverhältnis zum Menschen aufbauen können. Wer den Bewohnern des Eschweger Tierheims etwas Gutes tun möchte, kann mit ihnen täglich von 9 bis 12 Uhr und 16 bis 18 Uhr spazieren gehen und sie verpflegen. „Für die Tiere gibt es nämlich nichts schöneres, als in der Natur ausgeführt zu werden“, weiß Tierpflegerin Martina Fath.

Von Pelle Faust

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