In Eschwege bekommen jungen Eltern Willkommensgeschenke jetzt persönlich überreicht

Willkommensbesuch: Julia Fröhlich ist eine von vier Repräsentantinnen der Kreisstadt Eschwege, die junge Familien besuchen und Willkommensgeschenke für Neugeborene überreichen. Foto: Sagawe

Eschwege. In Eschwege bekommen Eltern zur Geburt ihrer Kinder ein Willkommensgeschenk. Das lässt die Stadt jetzt persönlich überreichen.

Julia Fröhlich weiß aus eigenem Erleben um das Informationsdefizit junger Eltern und möchte ihre Erfahrungen weitergeben. Alexander Murch freut sich darauf, als Repräsentant der Kreisstadt Familien beim Start in die neue Lebensphase behilflich zu sein.

Die beiden Eschweger werden in Zukunft ebenso wie Julia Ostermann und Brigitte Dobat Familien mit Neugeborenen besuchen und das Willkommensgeschenk der Stadt überreichen. Die vier Repräsentanten wurden intensiv auf ihre Aufgabe vorbereitet. „Wir wissen, welche Angebote die Stadt jungen Familien macht“, sagt Julia Fröhlich. „Die Stadt möchte das Willkommenspaket für Neugeborene jetzt persönlich überreichen und die Eltern gleich nach ihren Sorgen und Wünschen fragen“, erklärt Bürgermeister Alexander Heppe. Es gehe nicht darum, den Besuchen einen hochoffiziellen Charakter zu geben – im Gegenteil.

Nach wie vor werden die jungen Eltern nach der Geburt ihres Kindes angeschrieben. Sie können dann entscheiden, ob sie sich das Geschenk wie bisher abholen oder sich den Besuch eines der Repräsentanten wünschen. „Das ist natürlich freiwillig und keinesfalls Kontrolle“, sagt Ricarda Feigenspan, die das Familienbüro am Obermarkt leitet. Mitte Februar stehen die ersten Besuche an. „Die Geste ist wichtig“, so Jörn Engler von der Familienförderung. „Wir wollen die Sichtweise der Familien auf die Stadt bekommen“, nennt er als weiteres Argument für das neue Angebot. 5400 Euro pro Jahr lässt sich die Stadt die Besuche kosten. Vergleichbare Angebote gibt es in einigen anderen Regionen in Deutschland bereits, im Werra-Meißner-Kreis ist Eschwege die bisher einzige Kommune, die ihre Neubürger persönlich willkommen heißt.

Die jungen Eltern können Ideen, Wünsche und Anliegen während der Besuche formulieren. Davon zu hören sei der große Gewinn für die Stadt, so Engler. „Unsere Fachabteilungen bekommen das dann auf den Tisch“, sagt er.

Die Familienbesuche sind Teil des Konzeptes zur verstärkten Einbindung von Familien in städtische Entscheidungsprozesse und gehören zu den Angeboten in Zusammenhang mit der Zertifizierung Eschweges als familiengerechte Kommune.

Von Harald Sagawe

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