21 Menschen gefährdet: Betrunkener Brandstifter muss in den Entzug

Eschwege. Zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt hat Amtsgerichtsdirektor Dr. Alexander Wachter den Mann, der im August eine Unterkunft für Flüchtlinge und Obdachlose in Witzenhausen angezündet hatte. 21 Menschen, auch Kinder, befanden sich damals im Gebäude.

Den Tatbestand der versuchten – versucht, weil „nur“ Gegenstände im Haus brannten – besonders schweren Brandstiftung in Einheit mit Körperverletzung und Sachbeschädigung sah der Richter nach der Beweisaufnahme als erwiesen an.

Ferner ordnete Wachter die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an, weil der Mann starker Alkoholiker ist und das Krankheitsbild in direkter Verbindung mit der Tat steht. Eine vollständige Heilung von der Sucht ist laut einer Sachverständigen fast aussichtslos. Der 60-Jährige war schon einmal vier Jahre lang im Maßregelvollzug. „Aber so können wir ihn zumindest für eine Zeit vor Rückfällen schützen und weiteren Straftaten vorbeugen“, so Wachter.

Auch der Angeklagte selbst bestätigte, dass er außerhalb von „Einrichtungen“ nicht lebensfähig sei. „Ich brauche immer Leute um mich, mit denen ich mich beschäftigen kann“, sagte er. Der vorbestrafe Mann will laut eigener Aussage versuchen, sein Alkoholproblem zu handlen. „Was in zwei oder drei Jahren dann ist, weiß ich aber nicht“, fügte er an. Die Tat selbst räumte er umfänglich ein. „Es tut mir wirklich leid. Was soll ich sonst noch sagen? Ich habe es getan und muss dafür bestraft werden“, führte der Täter aus.

Am Tag des Verbrechens habe er schon den ganzen Tag lang getrunken. „Wodka, Wein und Cola-Whisky aus Dosen“, erinnerte er sich, „ich habe erst gepuzzelt, Wäsche gewaschen, DVD geguckt und dann irgendwann bin ich auf diese glorreiche Idee gekommen“, sagte der Angeklagte, wobei er Letzteres ironisch meinte. Ein solcher Alkoholkonsum sei für ihn normal gewesen.

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