„Bin ich ungleichgestellt?“

Studentin Maria Wiegand hat ein Lerntagebuch für Jugendliche entwickelt

Zwei Frauen sitzen an einem Tisch. die vordere der Frauen hat ein Buch in der Hand.
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Maria Wiegand (rechts) machte ihr Praktikum bei Thekla Rotermund-Capar, der Gleichstellungsbeauftragten des Werra-Meißner-Kreises, und stellte nun ihr Buchprojekt vor.

Maria Wiegand studiert Soziale Arbeit in Jena und absolviert ihr Praxissemester im Gleichstellungsbüro Werra-Meißner-Kreis.

Eschwege – Als praktische Arbeit plante sie zuerst eine Projektwoche, doch da machte ihr die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Also musste sie auf Plan B zurückgreifen: Ein Lerntagebuch gestalten. Das besondere Buch trägt den Titel „Bin ich ungleichgestellt?“, ist geeignet für Kinder ab der achten Klasse und beschäftigt sich unter anderem mit Themen wie häuslicher Gewalt, Rollenbildern oder Mobbing. Zum einen soll das Tagebuch informieren, andererseits können Jugendliche darin ihre Gedanken zu diesen Themen festhalten und teilen.

„In der achten Klasse oder gerade in der Pubertät ist man oft mit sich selbst im Zwiespalt oder einfach überfordert. Durch das Lerntagebuch sollen Jugendliche sich angeregt fühlen ihre Gedanken zu reflektieren“, sagt Maria Wiegand.

Die gestalteten Seiten sind interaktiv. Zum Beispiel können die Jugendlichen neben einem Informationstext über häusliche Gewalt ankreuzen, was sie selbst darunter verstehen. Die Fragen sind so gestellt, dass die Leser oft gar nicht merken, dass sie sich beim Ausfüllen reflektieren und sich die Fragen „Wer bin ich?“ oder „Warum bin ich so?“ selbst beantworten. So mache man sich auch mal Gedanken, warum die Lieblingsfarbe eigentlich blau ist, und was das bedeutet.

Wie ein roter Faden ziehen sich auch mehrere Artikel des Grundgesetzes und ihre Bedeutung durch das Lerntagebuch. „Das ist unglaublich wichtig und pädagogisch wertvoll. Das können die Kinder auch in der Schule einbringen“, findet Thekla Rotermund-Capar, Gleichstellungsbeauftragte des Werra-Meißner-Kreises.

Auch an Schulen soll das Lerntagebuch künftig verbreitet werden. Wiegand ist schon mit einigen Schulen im Werra-Meißner-Kreis in Kontakt und bietet ihnen an, mit ihrem Lerntagebuch im Unterricht zu arbeiten. Das ganze erfolgt in Kooperation mit dem Gleichstellungsbüro. „Natürlich werde ich mir auch anschauen, wie die Lehrer das umsetzen“, so Maria Wiegand.

Das sehr ästhetische und jugendliche Design hat Marie Wiegand komplett selbst entworfen. Ihr war besonders wichtig, viele verschiedene Menschen und Nationalitäten mit in das Konzept einfließen zu lassen.

Thekla Rotermund-Capar ist von dem Projekt begeistert: „Sie ist pädagogische Kraft und Grafikerin in einem.“ Der Entwurf des Buches ist nun so weit, das das Werk in den Druck gehen kann.

Das Praktikum von Maria Wiegand ist jetzt zwar abgeschlossen, aber sie entwirft weitere Projekte für das Gleichstellungsbüro. „Maria hat viel hinterlassen. Sie ist dann zwar weg, aber das Buch bleibt“, lobt die Gleichstellungsbeauftragte Thekla Rotermund-Capar.

(Von Anna Schellhase)

Auch das Buchcover hat Maria Wiegand selbst gestaltet.

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