Zweckverband veredelt 12.000 Tonnen Abfall aus dem Werra-Meißner-Kreis in Lohfelden

Biomüll wird elektrischer Strom

Müllabfuhr: Hartmut Herzog sammelt mit seinen Kollegen organische Abfälle ein, die vom nächsten Jahr an veredelt werden. Foto: Archiv

Werra-Meißner. Die jährlich rund 12.000 Tonnen Bioabfall aus dem Werra-Meißner-Kreis werden von April 2015 an in der Kompostierungs- und Vergärungsanlage in Lohfelden verwertet.

Die Verbandsversammlung des Abfallzweckverbandes beschloss am Montagabend in Wanfried eine auf zwanzig Jahre angelegte Kooperation mit dem Landkreis Kassel, der in Lohfelden etwa 24.000 Tonnen organischen Müll verwertet.

Das in der Anlage erzeugte Biogas gelangt über eine Mikrogasleitung nach Lohfelden. Dort wird daraus in drei Blockheizkraftwerken elektrischer Strom erzeugt. Die anfallende Wärme wird unter anderem im Bürgerhaus und in der Gemeindeverwaltung als Heizenergie genutzt.

Die Kosten sollen im Vergleich zur heutigen Kompostierung im Werra-Meißner-Kreis sinken. Statt der bisher ausgegebenen rund 80 Euro pro Tonne rechnet der Abfallzweckverband vom nächsten Jahr an mit bis zu 20 Euro geringeren Ausgaben. Weil aus allen Städten und Gemeinden des Werra-Meißner-Kreises eine direkte Anlieferung des Bioabfalls mit den Sammelfahrzeugen nach Lohfelden möglich ist, wird keine Umladestation benötigt.

Intensive Untersuchungen hatten im Vorfeld ergeben, dass die Errichtung einer eigenen Bioabfall-Vergärungsanlage im Werra-Meißner-Kreis nicht möglich ist. Zu dem Ergebnis kam der Zweckverband nach Abfrage bei allen Städten und Gemeinden sowie der Untersuchung zweier Standorte in Eschwege. Neben dem Mangel an einem geeigneten Standort war auch der wirtschaftliche Betrieb einer eigenen Anlage allein mit den Bioabfallmengen aus dem Werra-Meißner-Kreis nicht zu gewährleisten. Externe Mengen zur Mitverarbeitung würden nicht zur Verfügung stehen, hieß es am Montag in Wanfried.

Kooperationsmöglichkeiten mit benachbarten Landkreisen, Städten und Zweckverbänden seien ebenfalls geprüft worden, im Ergebnis habe allein der Landkreis Kassel eine Zusammenarbeit angeboten. (hs)

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