Vier Deiche an der Wehre als Ausgleichsfläche für den Stadtbahnhof

Zum Biotop mit Hindernissen

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Wolfram Brauneis und Rüdiger Träbing im größten der vier Becken, auf der anderen Seite des Nordkurven-Bahndamms befinden sich noch drei kleinere. Rechts hinter den Bäumen der Wehre-Seitenarm, der die Rohmundsche Mühle und das E-Werk versorgt.

Niederhone. Weil zwischen Bau des Stadtbahnhofs und der Vorbereitung von Biotopen an der Wehre in Niederhone einige Jahre verstrichen, kann von den dortigen Anwohnern und zahlreichen Spaziergängern kaum jemand einen Zusammenhang erkennen. 2003 schon hat die Obere Naturschutzbehörde auch auf Forderung des hiesigen Naturschutzverbandes angeordnet, für den Bahnhofsbau Ausgleichsflächen zu schaffen, und zwar in räumlicher Nähe, erinnert Wolfram Brauneis an die Ordnungsmäßigkeit der vier zwischen Bahndamm und Wehre ausgegrabenen Wasserbecken.

Zu erkennen ist für den Laien allerdings derzeit nicht, was hier entstehen soll. „Zu wenig Regen von oben und zu hoch für Grundwasser“, erläutert Rüdiger Träbing vom städtischen Tiefbauamt das Dilemma. Die Teiche tiefer als die Wehre anzulegen, um an Grundwasser zu kommen, kam nicht infrage, weil der Magistrat die Größe aus Kostengründen reduziert habe, sagt Träbing.

Angedacht wird derzeit die Wehre anzupumpen, deren Seitenarm zur Rohmundschen Mühle und zum E-Werk gleich nebenan verläuft. Gratis durch die Feuerwehr geht das nicht, weil es zu lange dauert. Eine probeweise Befüllung der drei kleinen Deiche hat vier Tage in Anspruch genommen, aber das Wasser hat sich wieder verdünnisiert, die Trockendeiche haben ihrem Namen alle Ehre gemacht. Mittlerweile ist ungelöschter Kalk eingebracht worden, der soll die Sohle abdichten. Jörg Braune, Geschäftsführer vom E-Werk Rohmund, das die Wasserrechte hat, hat sein Einverständnis schon signalisiert, sobald die Wehre wieder ausreichend Wasser führt.

Allen Anlaufschwierigkeiten zum Trotz ist Naturschutzfachmann Wolfram Brauneis optimistisch. Kreuz- und Erdkröten, Molche und Gelbbauchunken werden sich ansiedeln, Insekten, Frösche und der Pflanzenbewuchs rundherum kommen von ganz alleine, ist er sicher. Eine von Anwohnern befürchtete Mückenplage sieht er nicht, „hier hat schon jeder Zweite einen Gartenteich und keiner beklagt sich“, sagt Brauneis.

Das tut auch der Ortsbeirat nicht, der „Im Butzenhofe“ eigentlich Natur satt sah mit Wiesenfläche und einer jungen Allee aus Konfirmandenbäumen. Dass von den veranschlagten zirka 80 000 Euro für die Ersatzmaßnahme nicht alles aufgebraucht wird und deshalb für die Niederhöner noch eine Sitzgruppe im Grünen abfällt, wird die Spaziergänger freuen, kündigt Rüdiger Träbing an.

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