Grünen-Antrag abgelehnt

Bismarckturm wird weiter strahlen

+
Bismarckturm: Das Bauwerk auf dem Leuchtberg wird weiter angestrahlt. Die Stadverordnetenversammlung stimmte gegen die von den Grünen beantragte Abschaltung der Beleuchtung.

Eschwege. Der Bismarckturm auf dem Leuchtberg in Eschwege wird auch in Zukunft nachts angestrahlt. Die Stadtverordnetenversammlung der Kreisstadt hat am Donnerstagabend einen Antrag der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen zurückgewiesen

Die drei Abgeordneten der Grünen stimmten dem eigenen Antrag zu, die Stadtverordneten der übrigen Fraktionen lehnten ihn geschlossen ab.

Armin Jung begründete den Vorstoß seiner Fraktion mit finanziellen und ökologischen Überlegungen (die Werra-Rundschau hatte darüber berichtet) und sagte mit Hinweis auf die öffentliche Diskussion: „Einen Turm, der nach einem Anti-Demokraten wie Bismarck benannt ist, als Wahrzeichen Eschweges zu bezeichnen - da fröstelt es mir.“ Das von Jung genannte Einsparpotenzial in Höhe von 3000 bis 4000 Euro relativierte Bürgermeister Alexander Heppe: Knapp 1300 Euro zahlt die Stadt pro Jahr für Energie und Wartung. Der CDU-Abgeordnete Thomas Große nannte den Antrag „mehr als unterbelichtet“. „Er ist durchgeknallt“, sagte Große und handelte sich damit den Ordnungsruf von Stadtverordnetenvorsteher Karl Montag nach „mehr Respekt“ ein.

Der Turm sei das „Wahrzeichen Eschweges“, gar das „Herzstück“ der Kreisstadt, so Große, und weiter: Der Antrag der Grünen verstoße gegen „das Anstandsgefühl jedes recht und billig denkenden Eschwegers“. Für FWG-Fraktionsvorsitzenden Andreas Hölzel vermittelt der Turm „Identität und Verbundenheit“ und er sei ein Beispiel für „saugutes Marketing“.

Hölzel sieht geeignetere Beispiele für Kosten- und Energieeinsparungen und nannte in diesem Zusammenhang die Beleuchtung der Industriegebiete sowie des Parkhauses am Stadtbahnhof außerhalb der Dunkelheit. „Der Leuchtberg braucht einen Leuchtturm“, stellte Bernhard Gassmann (Die Linke) fest und argwöhnte, dass der Dietemann dann irgendwann nicht mehr aus dem Turm fahren werde, um die dafür aufgewendete Energie zu sparen. SPD-Fraktionsvorsitzender Alexander Feiertag empfahl, Kosten und Nutzen in Relation zu setzen und konfrontierte die Stadtverordnetenversammlung mit seiner Vision, den Turm eines Tages mit moderner LED-Lichttechnik anzustrahlen. Das sei dann auch farblich möglich. Über eine App und gegen fünf Euro Gebühr könne die Regie über die Farbgebung verkauft werden: „Stellen Sie sich vor, Sie blicken mit Ihrer Liebsten auf den Bismarckturm, schalten das Licht auf Rot und sagen: „Das habe ich nur für dich getan.“

Von Harald Sagawe

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare