Freibadsaison auf der Kippe

Freibad Datterode
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Spaß beim Planschen scheint wie hier im Freibad Datterode in dieser Saison kaum möglich.

Trotz Prachtwetters bleibt es bisher auf der Kippe, ob die Freibäder in der Region öffnen dürfen.

Werra-Meißner. Seit Tagen blauer Himmel und strahlender Sonnenschein: Eigentlich eine günstige meteorologische Ausgangslage, die die Betreiber der Freibäder im Werra-Meißner-Kreis für die traditionell im Mai beginnende Saison optimistisch stimmen sollte. Eigentlich. Denn wegen der Corona-Pandemie ist alles anders: Wie und ob die Schwimmbäder in diesem Sommer öffnen, ist zum aktuellen Zeitpunkt unklar, ergab eine Umfrage bei den Kommunen des Landkreises.

Landesregierung soll bis Anfang Mai informieren

„Wir rechnen damit, ab dem 3. Mai von der Hessischen Landesregierung Informationen zu erhalten, wie die Freibadsaison unter Einhaltung aller hygienischen Verordnungen möglich sein kann“, sagt Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt. In den nächsten Wochen dürfte sich dann auch klären, ob die geöffneten Bäder unter die bis Ende August in Hessen verbotenen Großveranstaltungen fallen. „Mit Besucherrekorden ist jedenfalls nicht zu rechnen“, sagt Eckhardt.

Kommunen im Wartemodus

„Wir befinden uns alle im Wartemodus“, sagt auch Witzenhausens Bürgermeister Daniel Herz. Unter den Bürgermeistern im Werra-Meißner-Kreis herrsche Einigkeit darüber, sich zu gegebener Zeit über die mögliche Öffnung aller Bäder abzustimmen.

Wie lassen sich Kontakte im Freibad vermeiden? 

„Die Frage, wie sich der Kontakt zwischen den Menschen im Freibad halbwegs vermeiden lässt, ist eine Große“, sagt Ringgaus Bürgermeister Mario Hartmann. Waldkappels Bürgermeister Reiner Adam vermutet, dass eine kommende Verordnung die erlaubte Besucherzahl im Bad ins Verhältnis zur Größe der Liege- oder Wasserflächen setzen wird. Schwimmen dürfte in dieser Saison klar im Vordergrund stehen, sagt Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt. Er hält es auch für möglich, dass Besucher wegen geforderter Putzintervalle nicht mehr einen ganzen Tag, sondern nur noch eine gewisse Stundenanzahl im Freibad verbringen können. „Besuchermanagement und Reinigung werden eine Herausforderung für alle“, sagt Eckhardt.

Derweil laufen die Vorbereitungen in den Bädern noch so, als würde die Saison unter normalen Bedingungen stattfinden. In Witzenhausen werden Fliesenarbeiten getätigt, Sanitärbereiche gepflegt und der Grünschnitt steht an, berichtet Daniel Herz. Ähnlich sieht es auch in Waldkappel und im Ringgauer Ortsteil Datterode aus. „Das Bad muss sowieso in jedem Jahr gereinigt werden, weil der Rückstand sonst nicht mehr aufzuholen ist,“ sagt Waldkappels Bürgermeister Reiner Adam.

Großalmerode macht nur das Notwendigste

In Großalmerode wird sich der Haupt- und Finanzausschuss Ende des Monats in Vertretung für die Stadtverordnetenversammlung mit der Freibadsaison 2020 beschäftigen, berichtet Bürgermeister Finn Thomsen. Bis dahin würden nur die notwendigsten Arbeiten vorgenommen. „Insbesondere die Fliesenarbeiten, welche jährlich etwa 30 000 bis 40 000 Euro kosten, werden bis zur Entscheidung zurückgestellt“, sagt er.

Bis zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses erhoffe man sich Informationen, wie ein Freibadbetrieb in der Corona-Krise erlaubt sein wird. Abhängig von der Entscheidung des Ausschusses und der Entwicklung der Pandemie wäre eine Öffnung in Großalmerode frühestens im Juli möglich. „Da die Saison wetterbedingt Ende August endet, würde das Panoramabad dann lediglich für zwei Monate öffnen können“, sagt Thomsen.

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