Was bleibt, ist der Müll

Open Flair: Flüchtlinge helfen beim Bühnenabbau

Kaputte Sofas, leere Verpackungen, Töpfe: Die Open-Flair-Besucher haben einiges an Müll auf der Fläche zwischen Eschwege und Grebendorf hinterlassen. Foto:s  Wüstefeld

Eschwege. Musikalisch ist das 31. Open Flair seit Sonntagnacht beendet. Den 20 000 Besuchern hat es auch in diesem Jahr wieder unzählige gigantische Konzerte beschert. Für einige geht die Arbeit aber erst jetzt richtig los: Die Zeltstadt muss aufgeräumt, die Bühnen wieder abgebaut werden.

DIE ZELTSTADT

Tausende Menschen haben von Mittwoch bis Sonntag die Fläche zwischen Eschwege und Grebendorf als Camping-Fläche genutzt und dort ihre Zelte aufgestellt – und das Mobiliar nicht unbedingt wieder mitgenommen. Kaputte Zeltstangen liegen dort ebenso verstreut wie zerrissene Sofas, kaputte Kühlschränke und Töpfe mit angebranntem Essen. Verpackungen von Getränken machen da noch den kleineren Teil aus, der weggeräumt werden muss.

Kümmern müssen sich darum die Veranstalter des Open Flair, die das Gelände in Zusammenarbeit mit dem Bodenverband Werra-Meißner bis Anfang nächster Woche aufräumen wollen. „Das hat in den vergangenen Jahren immer ganz gut geklappt“, sagt Mark Rathgeber vom Flair-Team. Zwischen 90 und 120 Tonnen Müll werden jährlich nach dem Open Flair fachgerecht entsorgt, verringert wurde die Menge wohl auch nicht durch den Müllpfand: „Für Wohnmöbel haben wir 30 Euro genommen, aber wie man sieht, hilft das auch nichts.“

DIE STRAßEN

Bereits in ordentlichem Zustand sind die Verkehrswege und die Fußgängerzone: Der Stad ist ebenso vom Unrat befreit wie die Mangelgasse und die Brückenstraße, die seit gestern auch wieder in beide Richtungen befahren werden kann. Für Ordnung gesorgt hat der Baubetriebshof Eschwege, der die Arbeiten allerdings nicht im Auftrag der Stadt erledigt hat, sondern diese den Festival-Verantwortlichen in Rechnung stellen wird. „So viel ist das – wie in den vergangenen Jahren auch schon – aber nicht gewesen“, sagt Uwe Schäffer vom Bauhof, „das Müllauto, in das 16 Tonnen passen, ist nicht voll geworden.“ Auch der Container, den seine Mitarbeiter mit dem Müll aus der Innenstadt füllen, sei noch nicht voll. „Insgesamt werden wir aber Zehntausende Euro für die Entsorgung des Mülls von Campingplatz und den Straßen ausgeben“, sagt Rathgeber.

DAS WERDCHEN

Haben beim Abbau der Bühnen geholfen: Flüchtlinge, die in Eschwege, Eltmannshausen und Weißenborn untergebracht sind.

Bereits morgen soll das Werdchen wieder das sein, als was es viele nutzen: eine Parkfläche. Bereits in der Nacht auf Montag wurde mit den Aufräumarbeitenbegonnen, von den Bühnen standen gestern Mittag nur noch die Gerüste. Heute werden noch die letzten Arbeiten getätigt.

DIE HELFER

Für das Abbauen der Seebühne und der beiden auf dem Werdchen bekommen die Festival-Mitarbeiter Unterstützung: Gut 50 Flüchtlinge aus Eschwege, Eltmannshausen und Weißenborn sind mit dabei. Initiiert worden ist das von dem Integrationsbeauftragten des Werra-Meißner-Kreises, Markus Claus. Als Dankeschön für ihre Arbeit bekommt jeder der Flüchtlinge einen Eschweger Einkaufsgutschein.

Von Constanze Wüstefeld

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