Spender dringend gesucht

DRK schlägt Alarm: Wichtigste Blutgruppe „0 Rhesus negativ“ ist knapp

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Eschwege. Der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) schlägt Alarm. In Nordhessen werden Konserven bestimmter Blutgruppen knapp. Konkret geht es um Erythrozytenkonzentrate der Blutgruppe 0 Rhesus negativ.

Das sagt Dr. Walid Sireis, Direktor des DRK-Instituts für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie in Kassel. „Wir brauchen akut Hilfe.“

Diese Blutgruppe ist so wertvoll, weil sie sich mit jeder anderen Blutgruppe vertrage und deswegen gewissermaßen universell einsetzbar sei. 0 Rhesus negativ bezeichnet Dr. Sireis als „Rettungsanker“, den erst einmal alle Patienten bekommen, deren Blutgruppe noch nicht bekannt ist. Wenn sich Blutungen nicht schnell stoppen lassen, könnten in Extremfällen bei sehr schwer Verletzten bis zu acht Liter verbraucht werden, bis die Blutgruppe ermittelt sei. Erst dann würden Patienten mit Konserven ihrer Blutgruppe versorgt.

„Wir brauchen alle Blutguppen, aber die in besonderem Maß“, sagt Dr. Sireis. Zum Einsatz kämen 0-Rhesus-negativ-Konserven nicht nur bei Unfallopfern, sondern auch bei Frühgeborenen und Stammzellentransplantationen.

Jeden Tag entnehme der DRK-Blutspendedienst in Nordhessen 250 bis 300 Spenden. Aber nur etwa fünf Prozent seien von der Universal-Blutgruppe 0 Rhesus negativ, also 15 bis 20 Konserven. Wenn es drei bis fünf schwere Unfälle auf einmal gebe, könnten auf einen Schlag ganze Wochenbestände verbraucht sein.

In den vergangenen zehn Tagen „schrumpften unsere Bestände mit 0 Rhesus negativ auf ein äußertes Minimum“, sagt Sireis. Trotz intensiver Werbung sei es bisher nicht gelungen, „eine optimale Versorgung der Patienten dieser Blutgruppe sicherzustellen“. Am liebsten wäre es dem Institutsdirektor, Menschen mit der Gruppe 0 Rhesus negativ für regelmäßige Spenden zu gewinnen.


Hier kann man Blut spenden

Im Klinikum Werra-Meißner gibt es noch genügend Blutkonserven, sagt Pflegedienstleiterin Gabriele Schröder auf Anfrage. „Wir haben noch einen eigenen Vorrat.“ Man werde vom Blutspendedienst Nordhessen beliefert, im Klinikum könne man kein Blut spenden. Im Werra-Meißner-Kreis gibt es im November folgende Blutspendetermine: Bad Sooden-Allendorf (5. 11.), Eschwege (7.), Reichensachsen (11.), Röhrda (12.), Waldkappel (14.), Velmeden (18.), Abterode (18.), Wanfried (21.), Sontra (22.) und Hessisch Lichtenau (26.). Zudem sind Spenden jederzeit im DRK-Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie, Mönchebergstraße 57, in Kassel möglich. (fst/clm)

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