Zünder mit Raketenklemmen entfernt

Um 12.15 Uhr gab's Entwarnung: Wie die Kasseler Bombe entschärft wurde

Kassel/Fuldabrück. „Das ist keine Routine“, sagte Gerhard Gossens, Leiter des Kampfmittelräumdienstes mit Sitz in Darmstadt, bei der Vorbereitung zur Entschärfung des Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg. „Jeder Bombenfund ist eine andere Situation.“ Und immer sei man sich der Gefahr bewusst.

Die 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe, die etwa 70 Jahre unter einem Acker in der Erde lag, ist stark verrostet. An beiden Seiten ist sie mit je einem Aufschlagzünder versehen, die die Bombe beim Aufprall zur Explosion bringen sollten. Auch wenn der Zündmechanismus damals versagte, sind sie immer noch gefährlich.

Um die Zünder zu entfernen, bringen die Sprengstoffexperten zwei Raketenklemmen an. Sie werden wie kleine Raketen aus sicherer Entfernung per Kabel gezündet und drehen im Bruchteil einer Sekunde die Zünder aus dem Gewinde heraus. Auf einem Bildschirm am Steuerstand verfolgen die Mitarbeiter die Aktion per Videoübertragung mit. Es ist 12.15 Uhr: Erleichterung bei der achtköpfigen Entschärfungsmannschaft. Es hat geklappt, die Zünder sind entfernt. Was nun folgt, ist Routine. Die entschärfte Bombe wird mit einem Bagger aus dem Boden gehoben und auf einen Lkw geladen. Sie wird nach Mittelhessen gefahren, um dort kontrolliert gesprengt zu werden.

Die Kampfmittelräumer sind auf alle Eventualitäten vorbereitet. An ihrem Steuerstand haben sie auch ein Wasserstrahl-Schneidegerät postiert. Mit diesem könnten sie die Zünder mit einem Druck von 700 Bar aus der Bombe schneiden. Doch nun kann das Spezialgerät wieder abgebaut werden, sein Einsatz war nicht nötig. (hog)

Die Straßen im Industriegebiet Kassel-Waldau werden zum Teil gesperrt. Die Fliegerbombe war am Dienstag in drei Metern Tiefe gefunden worden. (hog/jbg)

Bilder vom Fundort

Weltkriegsbombe in Waldau gefunden

Hier wurde die Bombe gefunden

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