Zauber inmitten von Eschwege wächst weiter

Botanischer Garten in Eschwege wird ausgebaut

Petra Strauß beugt sich über dichte Triebe 
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Hier sollte eigentlich ein Totholzgarten entstehen: Dann wuchsen aber dichte Triebe. Das zeigt Petra Strauß, erste Vorsitzende des Förderkreises Botanischer Garten.

Obwohl der beliebte Herbstzauber in diesem Jahr ausfallen muss, hat sich im Botanischen Garten in Eschwege viel verändert.

Eschwege – Seit dem letzten Herbstzauber im botanischen Garten in Eschwege hat der Förderverein viel investiert, um die Anlagen bis zum nächsten Großevent zwischen Buche und Busch auf Vordermann zu bringen. Im September, pünktlich zu dem Gartenevent, standen dann zwar die neuen Stauden, aber die Veranstaltung viel der Pandemie zum Opfer.

Neuanschaffungen und Umbauten

Die Neuanschaffungen und Umbauten des grünen Herzens der Dietemänner will die erste Vorsitzende des Förderkreises, Petra Strauß, aber trotzdem nicht nur beiläufig erwähnen. Vielmehr unterstreicht Strauß den pädagogischen Wert des botanischen Gartens. Und in den bunten Neuanpflanzungen steckt sogar noch eine Botschaft: „Die Staudenbeete sollen Anregung sein, damit die Steinwüsten aus privaten Vorgärten verschwinden“, erklärt die erste Vorsitzende und schaut zufrieden auf die Neuanpflanzungen.

Staudenhügel wurde um 30 meter erweitert

Der insgesamt 50 Meter lange Staudenhügel, der im Frühling um 30 Meter erweitert wurde und 300 Pflanzen, darunter Sonnenhüte, Knöterich und Lavendel trägt, wurden von den Auszubildenden der Gärtnerei Knigge gesetzt. Und obwohl die Arbeitszeit gespendet wurde, war die Pflanzenpracht kein Pappenstiel, sondern kostete den Förderkreis 3000 Euro. Die finanziellen Mittel dafür kamen aus Spendengeldern, so Petra Strauß.

Einige Bäume sind Trockenheit zum Opfer gefallen 

Neben der Freude über die blühende Bepflanzung hat der Förderkreis jedoch auch Verluste zu verzeichnen: „Wir haben eine Esche, eine Flügelnuss und einen Tulpenbaum an die Trockenheit verloren“, bedauert Strauß. Um dem Baumsterben ein Ende zu setzten, hat der Förderverein Bewässerungssäcke rund um gefährdete Bäume angebracht. „Aus den grünen Beuteln können diese dann ohne großen Pflegeaufwand stetig Wasser erhalten“, erklärt Petra Strauß. Die neue Bewässerungsmethode hilft zwar den starken Bäumen, andere waren dafür nicht mehr zu retten und mussten gefällt werden.

Stämme haben neue Verwendung gefunden

Doch ganz aus den Grünanlagen verschwunden sind sie nicht. „Hier liegt einer der Stämme, auf dem balancieren die Kinder. Und ein anderer ist jetzt die Sitzbank für den Fußballplatz“, erklärt die erste Vorsitzende. Und noch eine ungeplante Verwendung habe einer der gefällten Bäume gefunden, sagt Strauß. „Eigentlich wollten wir einen Totholzgarten damit anlegen, das hat aber nicht funktioniert“, bestätigt Petra Strauß, als sie vor einem dichten Buschwerk halt macht. Dort wo Zweige und Blätter sprießen sollte der gefällte Stamm ursprünglich den Zerfall in der Natur zeigen. „Aber der Baum hatte einen anderen Plan“, freut sich Petra Strauß. Denn anstatt in seine Einzelteile zu zerfallen, trieb dieser aus. Lange könne das aber nicht so bleiben weiß Petra Strauß, dem Baum fehle das Wasser, um auf Dauer zu überleben.

Die Vogelschutzhecke ist besonders dicht

Ganz bewusst dicht gepflanzt ist dagegen die Vogelschutzhecke, die die Grünanlagen von der Gartenstraße abschirmt. „Dornen sind in einer Hecke genauso wichtig wie Obst“, erklärt die 66-Jährige. Beides benötigten die Vögel, um Junge großzuziehen und Nahrung zu finden. Grund für die Schutzmaßnahme war das Ergebnis eines Monitorings, das im botanischen Garten einen Mangel an Singvögeln festgestellt hatte. Mit dem neuen Strauchwerk soll dem entgegengesteuert werden, so Strauß.

Kräuterbeet, Spielplatz und Sitzgelegenheiten

Neben den Neuerungen bietet der botanische Garten unter anderem ein Kräuterbeet, einen Spielplatz, Sitzgelegenheiten und einen Obstbaumgarten.

Von Kim Hornickel

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