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Fragen und Antworten zu Hitzeschäden auf den Straßen

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Von: Emily Spanel

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Im Einsatz für die Sicherheit auf Hessens Straßen: Mitarbeiter der Straßenmeistereien reparieren im Sommer Hitzeschäden am Asphalt. Archiv
Im Einsatz für die Sicherheit auf Hessens Straßen: Mitarbeiter der Straßenmeistereien reparieren im Sommer Hitzeschäden am Asphalt. Archiv © Jürgen Dumnitz

Werra-Meißner – Wenn es rasch heiß wird und die Hitze über viele Tage anhält wie derzeit, heizt sich die Fahrbahndecke stark auf. Andauernde Hitze kann dann zu Schäden auf unseren Straßen führen.

Die wichtigsten Fragen dazu beantwortet Nico Beck von Hessen Mobil.

Welche Fahrbahnschäden treten bei Hitze an Asphalt und Beton auf?

Man muss grundsätzlich unterscheiden, um welchen Fahrbahnbelag es sich letztlich handelt. Betonplatten reagieren bei Erwärmung mit einer Längenausdehnung, wodurch sich die Fahrbahnplatten wölben können. Bei älteren Fahrbahndecken aus Beton kann das sogar zum Aufplatzen führen („Blow-up“).

Betonstraßen wurden und werden überwiegend nur bei Straßen mit hoher Belastung verwendet, also etwa bei Autobahnen und Kreisverkehren. Betroffen sind daher insbesondere alte, mehrfach reparierte Abschnitte und dort vor allem Fugen und Nahtstellen. Die gute Nachricht dabei: In Hessen gibt es keine „alten“ Betondecken mehr oder sie wurden inzwischen schon fachgerecht überbaut. Daher ist das Risiko eines Blow-ups äußerst gering. Bei Asphaltstraßen, die in Deutschland – und auch bei uns in Hessen – weit überwiegend vorliegen, treten diese Erscheinungen gar nicht auf.

Worin genau liegen die Unterschiede?

Asphalt ist ein thermoplastischer Baustoff, der bei steigenden Temperaturen weicher wird. Dadurch können bei Belastungen, zum Beispiel durch Lastwagen-Verkehr, Spurrinnen entstehen. Eine andere Schädigung, die insbesondere bei Gussasphalten auftreten kann, ist eine Blasenbildung, also kleine Aufwölbungen auf der Fahrbahn.

Welche Maßnahmen ergreift Hessen Mobil? Kann man Entspannungsmöglichkeiten für das Material schaffen?

Eine Gegenmaßnahme beim Thema Asphalt ist zum Beispiel die Verwendung verformungsbeständiger Asphaltmischungen durch härtere Bindemittel oder splittreiche Gesteinskörnungen. Der Asphalt ist dann also härter und grobkörniger. Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung hellerer Deckschichten, die die Erwärmung bei Sonneneinstrahlung verzögern. Diese werden immer häufiger eingesetzt. Blasenbildung im Asphalt entsteht dann, wenn irgendwo Wasser eingeschlossen ist. Dieses Wasser kann dann bei stärkerer Sonneneinstrahlung verdampfen. Hier hilft es, die Blasen anzubohren, damit der Dampfdruck entweichen kann. Und letztlich vermindern regelmäßige Streckenkontrollen und Wartungsarbeiten das Risiko.

Braucht es längere Hitzeperioden für Schäden am Material?

Ja, es muss schon über einen länger anhaltenden Zeitraum sehr heiß sein. Insbesondere in den besonders heißen Sommern 2003 und 2013 kam es auf mehreren deutschen Autobahnen zum plötzlichen Ausknicken von Betonplatten mit zum Teil schweren Unfällen. Auch bei Asphalt und dem Thema Spurrinnen nimmt die Belastung mit der Erwärmung zu. Ruhender Verkehr, wie er bei Staus auftritt, führt dann zu einer zusätzlichen Belastung der Fahrbahn

Wie stark wird der Verkehr in Hessen beeinflusst?

Der Verkehr wird nur mittelbar beeinflusst, da unter Hitze Konzentration und Reaktionsgeschwindigkeit leiden. Diese Auswirkungen sind für jeden Verkehrsteilnehmer verschieden ausgeprägt. Viele Straßen in Hessen sind aber so hoch belastet, dass schon Veränderungen wie Regen oder Hitze als Auslöser für Staus ausreichen.  

900 Mitarbeiter in 46 Straßenmeistereien 

Bei Hessen Mobil sorgen rund 900 Mitarbeiter in 46 Straßenmeistereien für die Sicherheit auf den hessischen Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. In der Region Osthessen, zu der die Landkreise Werra-Meißner, Hersfeld-Rotenburg und Fulda zählen, sind das die Straßenmeistereien Meißner, Ringgau und Witzenhausen (Werra-Meißner-Kreis), Bad Hersfeld und Rotenburg (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) sowie Hünfeld, Neuhof und Gersfeld (Landkreis Fulda).
Mehr über Hessen Mobil und zum Verkehr auf Landesebene gibt es unter mobil.hessen.de

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