50-jähriger Eschweger ist wegen einer Psychose schuldunfähig

Brandstifter aus Eschwege bleibt vorerst in Psychiatrie

Kassel / Eschwege. Ein 50-jähriger Brandstifter aus Eschwege, der im August vergangenen Jahres seine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Eschweger Forstgasse angesteckt hat, bleibt vorerst in der Psychiatrie.

Die 5. Strafkammer des Landgerichts befand den Beschuldigten, der seit fast 15 Jahren an einer schizophrenen Psychose leidet, für schuldunfähig und ordnete seine Unterbringung im Psychiatrischen Krankenhaus von Haina / Kloster (Kreis Waldeck-Frankenberg) an. Dort wird er bereits seit etlichen Monaten behandelt. Das Feuer am Abend des 24. August vergangenen Jahres in einem Mehrfamilienhaus in der Eschweger Fußgängerzone mit ihren vielen historischen Fachwerkhäusern hatte zu einem Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei geführt.

Der gebürtige Eschweger hatte gestanden, in seiner Wohnung im Flur Umzugskartons und auf dem Sofa geschichtetes Papier mit Brandbeschleuniger übergossen und angezündet zu haben.

Er habe Panik und Angst gehabt, weil Vermieter, Gerichtsvollzieher und Polizei versucht hätten, seine Wohnungstür aufzubrechen. Zuvor hatte er wochenlang nicht auf Schreiben des Vermieters reagiert, der einen Wasserschaden in der Wohnung des Beschuldigten beheben wollte.

Als die Wohnung in hellen Flammen stand, alarmierte der Mann selbst die Feuerwehr. In der Zwischenzeit evakuierten Vermieter und Polizei die Wohnungen. Elf Menschen, darunter auch Kinder, konnten unverletzt das Haus verlassen.

Der Angeklagte wurde von der Feuerwehr über die Drehleiter aus der Wohnung im Dachgeschoss gerettet.

Allein den Wasserschaden bezifferte der Hausbesitzer gestern als Zeuge auf rund 110 000 Euro. Die Renovierung von zwei bis heute leer stehenden Wohnungen könnte weitere 50.000 Euro kosten.

Von Thomas Stier

Rubriklistenbild: © picture alliance / David Ebener/dpa

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