Mit Moped über den Meißner

Helmut und Brigitte Schade feiern diamantene Hochzeit

Gaben sich vor 60 Jahren das Ja-Wort: Helmut und Brigitte Schade aus Frankershausen in ihrem Garten.
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Gaben sich vor 60 Jahren das Ja-Wort: Helmut und Brigitte Schade aus Frankershausen in ihrem Garten.

Heute feiern Brigitte und Helmut Schade aus Frankershausen ihre diamantene Hochzeit. Das Geheimnis einer langen und fröhlichen Ehe sehen sie in gemeinsamen Hobbys.

Frankershausen – „Wenn ich Heimweh hatte, sind wir beide mit dem Moped über den Meißner gefahren“, erinnert sich Brigitte Schade mit einem Lächeln auf dem Gesicht. „Mit der alten Göricke war das bei Wind und Nebel immer ein Abenteuer“, ergänzt Helmut Schade. Heute feiert das Ehepaar aus Frankershausen diamantene Hochzeit und blickt für uns auf seine Anfangsjahre, Leidenschaften und das Geheimnis einer langen Ehe zurück.

Tanzen zur Musikbox

„Musikbox’ ist dabei der erste Begriff, der beiden in den Sinn kommt. 1958 haben sie sich im damaligen Niederkaufungen in einer Tanzkneipe kennengelernt: „Wir sind schmoren gegangen“, nannten sie damals das Tanzen zur Musik aus der ‚Box’. Der gelernte Maler hat in Niederkaufungen im väterlichen Betrieb gearbeitet; die gebürtige Frankershäuserin zog damals mit ihrer Familie nach Niederkaufungen und hat in Kassel den Beruf der Verkäuferin gelernt. Nachdem sich ihre Wege kreuzten, waren sie ein Jahr lang verlobt, bevor sie sich am 7. Oktober 1960 im Standesamt Niederkaufungen das Jawort gaben. Noch heute besucht das Paar die Anfangsorte ihrer Ehe: „Wir gehen in Kaufungen bummeln, treffen Familie und Schulfreunde und besuchen Orte mit schönen Erinnerungen“, so Brigitte Schade.

1963 Umzug nach Frankershausen

Nach einigen Jahren in Kaufungen wurden die Moped-Fahrten in ihre Frankershäuser Heimat immer häufiger; 1963 zogen sie in ihr Elternhaus, bevor sie 1965 nahe der Frankershäuser Kirche bauten und 1979 anbauten.

Ein kleines Paradies

„Ein kleines Paradies“ steht auf einem Schild, das andeutet, warum sie ihr Eckgrundstück gewählt haben: „Wir sind sehr viel im Garten. Da ergänzen wir uns wunderbar“, berichtet sie und betont, dass gemeinsame Hobbys für eine Ehe wichtig sind. Während sie die bunte Vielfalt in ihrem Garten pflegt, gibt er mit kritischem Blick Acht auf Büsche, Bäume und Wiese.

Vor dem Ruhestand hat Helmut Schade in Eschwege bei der Firma Steinrücken und Brigitte Schade im Kinderkurheim Werraland und bei der Bäckerei Schill in Frankershausen gearbeitet. Trotz Familie und Beruf haben sie auch ein weiteres Hobby gepflegt: Mit Leidenschaft sang sie im evangelischen Kirchenchor, während er im Männergesangverein Frankershausen aktiv war. Mit Freude blicken beide auf den Tag zurück, als sie zeitgleich ihre Ehrennadeln erhielten.

Vier Töchter, acht Enkel und sechs Urenkel

Als klares Highlight bezeichnet das Ehepaar die Familie. Mit vier Töchtern, acht Enkelkindern und sechs Urenkeln gibt es an Tagen wie heute jede Menge Telefonate zu führen. „Wir haben es früher sehr genossen, Babysitter für unsere Enkelkinder zu sein“, betont Brigitte Schade und denkt mit einem funkeln in den Augen an einen herzlichen Dankes-Brief ihrer Enkelin Sarah. „Wenn wir gebraucht wurden, waren wir da.“

Heute hat Helmut Schade die Hand- & Holzarbeit für sich entdeckt, während sie dem Malen nachgeht – Weinberge, Schmetterlinge, Stillleben und natürlich Blumen bringt sie als Aquarelle auf die Leinwand. Und wenn es mal nichts zu tun gibt, freuen sie sich auf einen Abend auf dem Sofa: „Wir lesen dann oder lösen Kreuzworträtsel. Beim Fernsehprogramm gibt es zu viel Ärger“, berichtet er schmunzelnd. „Aber sonst sind wir uns einig“, ergänzt sie mit einem Lachen.

Von Lorenz Schöggl

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