Die Brückenstraße in Eschwege wird zu einem verkehrsberuhigten Platz umgebaut

Umbau: Die Brückenstraße soll für den Durchgangsverkehr unattraktiv werden. Viel Pflaster betont den Platzcharakter. Der vorhandene Raum wird von allen Verkehrsteilnehmern gleichberechtigt genutzt – so das Konzept. Skizze: KMO-Ingenieure

Eschwege. Das Ziel der Umgestaltung der Brückenstraße in Eschwege sei, so Bürgermeister Alexander Heppe, ein „platzähnlicher Ausbau“. Im nächsten Frühjahr sollen die Arbeiten beginnen.

Stefan Morgenthal vom Ingenieurbüro KMO stellte die Planungsentwürfe während einer gemeinsamen Sitzung des Magistrats und des Ausschusses für Bauen und Umwelt vor.

Zwischen beiden Werrabrücken wird die Straße größtenteils gepflastert und zur Tempo-20-Zone, Bäume werden gepflanzt, auf die Abgrenzung von Fahrbahn und Fußweg wird verzichtet. Umsetzbar ist dieser Platzcharakter relativ problemlos für den Abschnitt zwischen der Bremer Straße und der zweiten Werrabrücke. Im vorderen Teil zwischen der ersten Werrabrücke und der Bremer Straße ist die Brückenstraße nach Ansicht der Planer zu schmal. Das sogenannte Shared Space könne dort nur bedingt umgesetzt werden.

Shared Space heißt soviel wie geteilter Raum und ist nichts anderes, als ein Konzept, das vorsieht, dass sich alle möglichen Straßennutzer – vom Fußgänger bis zum Lastzug – den Verkehrsraum gleichberechtigt teilen, ohne dass Nutzungsansprüche durch Bordsteine oder ähnliche bauliche Abgrenzungen markiert werden.

An der Engstelle sieht die Planung eine moderate Abgrenzung der 5,20 Meter breiten Fahrbahn von den beidseitigen Fußwegen mit abgerundeten Bordsteinen vor. Für den Stadtverordneten Klaus Wolf (CDU) absolut nachvollziehbar: „Es gibt Stellen, da macht die Trennung Sinn.“ Wolf befürchtet, dass Lkw ohne die Abgrenzung trotz der Geschwindigkeitsbegrenzung an der Engstelle zur Gefahr für Fußgänger werden.

„Das ist mir schon wieder zu sehr eingeteilt“, widerspricht der Stadtverordnete Alexander Feiertag (SPD). Die jetzige Shared-Space-Insellösung auf der anderen Seite der ersten Werrabrücke funktioniere dann „nur sehr bedingt“.

Auch SPD-Stadtrat Berthold Diegel sieht an dieser Stelle das Konzept eines geteilten Verkehrsraumes nur eingeschränkt funktionsfähig. Er müsse sich bereits ständig für den Umbau der Kreuzung bei Woolworth rechtfertigen. „Was habt ihr da für einen Blödsinn gemacht?“, werde er gefragt. Diegel dazu am Montagnachmittag während der Sitzung: „Vielleicht ist der Eschweger auch nur zu blöd, das umzusetzen.“

Mit dem Umbau soll das Aufkommen an Durchgangsverkehr verringert werden. Momentan werden 3700 Fahrzeuge, darunter 330 Lastwagen, pro Tag auf der Brückenstraße gezählt.

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