Brüder-Grimm-Schule in Eschwege ist Teil eines landesweiten Sprachprojektes

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Schwerpunkt deutsche Sprache: Oxana Stärke (Mitte) unterrichtet Rawan Khdeir (links) und Amir Salehi (rechts). Im Hintergrund: Bashir Khdeir (verdeckt), Juma Gol Arab und Ksawery Gracjan Kossewski (rechts).

Eschwege. Die Eschweger Brüder-Grimm-Schule mit Haupt- und Realschulzweig sowie gymnasialem Angebot ist Teil eines landesweiten Projekts. In zwanzig Wochenstunden lernen die zugewanderten Kinder Deutsch, die übrigen zehn Stunden werden sie in ihren Stammklassen unterrichtet.

Schwerpunkt des Unterrichts ist Deutsch. Darüber hinaus gehen die Kinder aber auch in Regelklassen und nehmen am Fachunterricht teil: Mathematik, Chemie oder Sport stehen dann auf dem Lehrplan. Die Brüder-Grimm-Schule in Eschwege ist Teil eines landesweiten Projekts zur Unterrichtung zugewanderter Kinder. Aus jedem der 15 hessischen Schulamtsbezirk nimmt eine Bildungseinrichtung teil.

Die Mädchen und Jungen lernen intensiv Deutsch mit dem Ziel, schnell in den sogenannten Regelschulbetrieb integriert zu werden. „Wir helfen den Kindern, die Bildungschancen, die sie in ihrer Heimat hatten, hier aufzugreifen und zu nutzen“, sagt Schulleiterin Ute Walter.

Das Besondere: Die Schüler sind Teil regulärer Klassen, werden dort gemeinsam mit deutschsprachigen Kindern in rund zehn Wochenstunden unterrichtet und darüber bereits in den Schulalltag integriert. Für den konzentrierten Deutschunterricht kommen die Zehn- bis Siebzehnjährigen für bis zu zwanzig Wochenstunden in den Intensivklassen zusammen.

Zwei davon gibt es für die 30 Migranten an der Brüder-Grimm-Schule. Oxana Stärke, die Deutsch als Zweitsprache studiert hat, sowie Tina Pfeiffer und Svenja Schimke sind das Lehrerteam hinter dem Projekt. „Wir haben aus den Erfahrungen der Flüchtlingswelle aus dem früheren Jugoslawien gelernt“, so Ute Walter zu den Hintergründen des Konzeptes.

Auf Berufsleben vorbereiten

Während Alltags- und Umgangssprache schnell gelernt sind, liegt die Schwierigkeit beim Vermitteln erforderlicher Fachausdrücke und hier besonders der für die naturwissenschaftlichen Fächer. Nach zwei Jahren endet die Konzentration auf den Sprachunterricht. Dann sollen die zugewanderten Schüler ihren Fähigkeiten entsprechend in einem der drei Schulzweige zum Abschluss geführt und für das Berufsleben vorbereitet werden. Die ganze Bandbreite der Leistungsstärke sei vertreten, erklärt Schulleiterin Walter.

Integration findet bereits heute statt: natürlich durch die Zugehörigkeit zu regulären Klassen, aber auch in Arbeitsgemeinschaften. Einfacher wird die Eingewöhnung besonders, wenn deutsche Schüler Patenschaften für ihre gleichaltrigen Klassenkameraden übernehmen. Einige davon gibt es bereits.

Traumatische Erlebnisse

Nach Angaben Walters funktioniert die Integration grundsätzlich, nicht unbeachtet dürfe allerdings bleiben, dass auch Kinder unter den Flüchtlingen sind, die durch traumatische Erlebnisse Aggressionen entwickeln.

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