Brüder-Grimm-Schule: Tablets für alle 100 Fünftklässler

Willkommen im Multimedia-Zeitalter: Die fünften Klassen der Brüder-Grimm-Schule in Eschwege werden von Beginn an mit dem Tablet vertraut gemacht. Die Möglichkeiten für Schüler und Lehrer seien unglaublich vielfältig. Foto: privat

Eschwege. Für die neuen Fünftklässler der Brüder-Grimm-Schule verändert sich der Schulalltag der Kinder im Vergleich zur Grundschule deutlich. Die 100 Schüler der Förderstufe und des Gymnasialzweigs werden ab sofort mit Tablet-PCs lernen.

Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Das Hausaufgabenheft etwa wird nun digital im Tablet geführt. „Der Computer erinnert mich zu Hause daran. Eine Ausrede für nicht gemachte Aufgaben habe ich damit nicht mehr“, sagt beispielsweise Attila von Ehr aus der Klasse G5b. Zudem ist es den Lehrkräften nun direkt aus dem Klassenzimmer heraus möglich, erkrankten Schülern die behandelten Unterrichtsthemen und die Hausaufgaben nach Hause zu schicken. Alle Tablet-Klassen sind mit einem schnellen Internetzugang ausgestattet und verfügen über einen großen Bildschirm, um Schülerarbeiten für alle sichtbar darzustellen.

„Die Möglichkeiten für die Lehrkräfte sind unglaublich vielfältig“, stellt Dirk Rudolph, Leiter des Medienzentrums Werra-Meißner, fest. Er hat den Pädagogen den Umgang mit dem neuen Lernmedium in einer Fortbildungsreihe vermittelt und ist davon überzeugt, dass sich die Unterrichtsqualität spürbar verbessern wird. „Mit dem Tablet habe ich quasi alle Medien in einem Gerät. Die Lernenden können recherchieren, präsentieren, Texte schreiben, Bilder und Videos erstellen sowie bearbeiten und sogar ihre Schulbücher ansehen, die digital vorliegen. Gemeinsam an einem Text zu arbeiten und die Ergebnisse zu präsentieren, ist problemlos möglich“, schildert Rudolph, der auch als Medienberater für das Staatliche Schulamt tätig ist.

Andreas Hilmes, der das Tablet-Projekt ins Leben gerufen hat, findet, dass man bei allen Möglichkeiten, die das neue Medium bietet, auch die traditionellen Medien wie das gedruckte Buch keinesfalls vernachlässigen soll. „Tablets werden dort eingesetzt, wo sie einen erkennbaren Mehrwert bieten.“ Texte werden aber nach wie vor überwiegend mit der Hand geschrieben und Bücher werden in der gedruckten Variante gelesen. „Aber die Pyramiden von Gizeh und den grünen Streifen am Nil über Satellitenbilder direkt in das Klassenzimmer zu holen, ist schon großartig“, sagt Hilmes.

Nach der einjährigen Erprobungsphase geht das von der Universität Mainz wissenschaftlich begleitete Projekt nun in die zweite Runde. „Die Resonanz der Eltern war für uns eine Überraschung. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass sich nahezu alle für den Besuch einer Tablet-Klasse entscheiden würden“, sagt Schulleiter Harald Krones. „Zumal die Eltern das Gerät selbst finanzieren müssen.“ Auch eine sechste Gymnasialklasse wurde auf Wunsch der Eltern in das Projekt aufgenommen. (ts)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare