111 Orte, die man im Werra-Meißner-Kreis Kreis gesehen haben muss

Symbolfigur: Im Werra -Meißner-Kreis steht die Wiege für viele Sagen und Märchen – das der Frau Holle soll auf dem Bergmassiv Hoher Meißner entstanden sein. Ingo Stock greift Legenden in seinem Buch auf. Foto: Marco Lenarduzzi

VON EMILY SPANEL

Werra-Meißner – Wer kennt ihn nicht, den sagenumwobenen Hohen Meißner, wer hat sie nicht besucht, die Mohnblüte in ihren unzähligen Schattierungen von rosa? Doch wer weiß schon, wo man eine Audienz bei der Queen erhält? Wo man dem kleinsten Matrosen der Welt in die Augen schaut? Und wer kennt sie, die Stelle, an der pfiffige Langohren Skat spielen?

Autor Ingo Stock hat sie gesammelt, die „111 Orte im Werra-Meißner-Kreis, die man gesehen haben muss“. In seinem gleichnamigen Buch hat er Sagenorte, mythische Plätze, geologische Schätze, wunderschöne Fachwerkstädtchen, kurz: Außergewöhnliches unserer Region zusammengetragen; manches davon dürfte selbst für Einheimische neu sein. 111 Orte, nicht etwa 100: Das bedeutet eben auch den entscheidenden Extratipp, den man nicht in jedem beliebigen Reiseführer findet.

„Als ich 2009 zum ersten Mal das Werratal besuchte, ahnte ich nicht, wie sehr sich dadurch mein Leben verändern würde“, sagt Ingo Stock. Aus einem kleinen Flirt wurde eine große Liebe, aus einer ersten Reise ein zweites Zuhause. „Wenn ich nicht im Rheinland oder auf meiner Lieblingsinsel Spiekeroog weile, bin ich meist mit meinem Rucksack auf einem der stillen Pfade im Werra-Meißner-Kreis unterwegs.“ Dort, so der Autor, könne er die Schönheit der Natur in all ihren Farben genießen.

Das merkt der Leser etwa, wenn Ingo Stock den wildromantischen Pfad zur schönsten Meißner-Aussicht beschreibt – vom Eulenstieg geht es hinauf zur Kalbe, Überbleibsel eines gewaltigen Lavastroms mit Blick bis zum Harz. „Atmen, einfach nur atmen“ kann und soll man dagegen in Weißenborn, im Entschleunigungswald, der im vergangenen Jahr eröffnet wurde. „Wälder sind Orte der Ruhe und Entspannung, sie schenken Freude, Kraft und helfen uns, uns auf uns selbst zurückzubesinnen.“

Aber wo spielen denn nun die Hasen Skat? Zugegeben, etwas Fantasie ist gefragt bei der Sage, die rund um den Meißner-Ortsteil Abterode lokalisiert ist. „Hasentisch“ ist der Name eines alten Tisches, zu dem auch eine Sitzreihe aus gipshaltigem Gestein gehört. Der Ursprung der Legende geht auf einen Pfarrer zurück, der den im Höllental spielenden Kindern erzählten, dass an diesem Tisch die Hasen Skat spielen. Der Name des Pfarrers, die Zeit seines Wirkens und die Herkunft seines Wissens sind unbekannt.

Alle „111 Orte im Werra-Meißner-Kreis, die man gesehen haben muss“, reich bebildert auf 240 Seiten im Buch von Ingo Stock, Broschur, Köln: Emons Verlag 2020, ISBN 978-3-7408-0855-6, 16,95 Euro.

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