Buchhändler müssen Sortiment erweitern

Werra-Meißner. Der Buchhandel kämpft seit geraumer Zeit mit Umsatzeinbußen. Als Hauptgrund wird stets die Konkurrenz durch den Online-Handel angegeben. Vor allem regionale Klein- und Mittelstandsgeschäfte mussten sich in den vergangenen Jahren anpassen.

Sie haben ihr Sortiment erweitert. Die Ideen dazu sind vielfältig.

Uwe Heinemann von der gleichnamigen Buchhandlung in Eschwege hat diesen Trend bereits vor Jahren erkannt und setzt nicht mehr auf das reine Buchgeschäft. Hinzugekommen sind Wohn-Accesoires, Geschenkartikel Spielzeug und teilweise Fußball-Fanartikel. „Die laufen richtig gut, hier werden wir das Angebot nochmal erweitern“, sagt Heinemann. Mittlerweile 40 Prozent seines Umsatzes generiert Heinemann aus Artikeln, die nichts mit Büchern zu tun haben.

Wolfgang Frühauf aus Bad Sooden-Allendorf beklagt einen Buchkunden-Schwund. „Nur etwa 50 Prozent meines Umsatzes kommt aus dem Buchverkauf“, sagt Frühauf. Eine ausschließliche Buchhandlung könne er in seinem rund 8000 Menschen umfassenden Stadtteil Allendorf und dem aktuell schwachen Kaufverhalten nicht mehr führen. „Wir haben unsere Kundenfrequenz erheblich gesteigert, nachdem wir unser Sortiment um Bio-Produkte erweitert haben“, sagt Frühauf.

Die Sorge um den fehlenden Nachwuchs im Kundenstamm kann der Eschweger Uwe Heinemann, der in der Kreisstadt gleich zwei Buchgeschäfte betreibt, nicht bestätigen. „Im Alter von 16 bis 25 Jahren fehlen Leser, aber das war schon immer so“, sagt Heinemann. Sie würden wieder zurückfinden. Kinder machten einen großen Teil seiner Kundschaft aus, ansonsten sei sein Klientel vom Alter her bunt gemischt.

Den Onlinehandel, den auch Heinemann anbietet, sieht er als Chance. Es würde sein Angebot vor Ort ergänzen. Im Internetgeschäft habe man aber einen Sättigungspunkt erreicht. (mle/ts)

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Rubriklistenbild: © Constanze Wüstefeld

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