Lesefreude in aller gebotenen Sicherheit

Bücher hinter Plexiglas: Die Stadtbibliothek Eschwege setzt auf Abstand und Hygiene

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Ausleihe mit Abstand: Judith Rode von der Stadtbibliothek ist wie gewohnt für die Mitglieder da. Nur eine Plexiglasscheibe trennt sie und die Besucher.

Eschwege – Desinfektionsspender am Eingang, Hinweisschilder und Abstandsmarkierungen sowie die Ausleih- und Rückgabetheke hinter Plexiglas – dies sind die sichtbaren Maßnahmen, an die sich Mitarbeiter und Mitglieder der Stadtbibliothek Eschwege gewöhnen müssen.

Die Besucher müssen für die Dauer ihres Aufenthaltes eine Alltagsmaske tragen und durch die Körbe, die jeder mit sich führt, wird die Personenzahl auf maximal 28 Besucher begrenzt. Außerdem darf sich nur eine Person in einer Regalabteilung bewegen. Die Tastaturen der PCs, über die selbstständige Mediensuchen durchgeführt werden können, sind abwasch- und desinfizierbar. „Dies alles sind notwendige Maßnahmen, die wir zum Schutz aller treffen. Wir spüren aber auch, dass sich der kommunikative Aspekt unseres Angebotes, also die Beratung und der persönliche Austausch, leider sehr reduziert hat“, erklärt Fachbereichsleiterin Judith Rode. „Wir nehmen das allerdings gerne in Kauf, weil wir einfach froh sind, dass unsere Bibliothek wieder geöffnet hat.“

Gut sechs Wochen geschlossen 

Gut sechs Wochen musste die größte Bibliothek im Kreis schließen. In der Zeit wurde in enger Zusammenarbeit mit der Personalabteilung, namentlich Andrea Müller-Brandl sowie dem Team der Immobilienwirtschaft, ein Konzept erarbeitet, durch das kleine und große Lesefreunde mit aller gebotenen Sicherheit ihrem liebsten Hobby wieder nachgehen und sich mit neuer Literatur versorgen können. Ein großer Wermutstropfen sei die Regularie, dass alle Medien, die zurückgebracht werden, für drei Tage in Quarantäne verweilen müssen und nicht neu ausgegeben werden dürfen, da sich das Virus Untersuchungen zufolge rund 72 Stunden auf Plastikeinbänden halten kann.

„Wir haben zudem viele Sitzgelegenheiten entfernt, weil lange Aufenthalte nicht gestattet sind“, bedauert Judith Rode, die weiß, dass sich die Besucher der Bibliothek gerne in Ruhe in den verschiedenen Abteilungen umsehen und auch mal einen Roman anlesen. „Der Fokus liegt gerade auf der Ausleihe und Rückgabe.“

Alternativen gefunden 

Auch für die regelmäßigen Veranstaltungen müsste auf Alternativen ausgewichen werden. So fand etwa der Literaturtreff, bei dem regelmäßig Lesebegeisterte einen ausgewählten Roman besprechen, zuletzt im Sophiengarten statt, der nächsten Termin wird in der Aula der Volkshochschule sein. Das allseits beliebte Kinderbasteln kann aktuell nicht angeboten werden. Der Bücherflohmarkt wird voraussichtlich ab Herbst durch eine individuelle Terminvergabe wieder zugänglich sein.

Die Stadtbibliothek Eschwege beherbergt über 30 000 Bücher, Gesellschaftspiele, Hörmedien, Zeitschriften, Magazine, DVDs und CDs für jedes Alter. Weitere 90.000 digitale Medien stehen über die sogenannte „Onleihe“ zur Verfügung.

Besonders bemerkenswert ist die Kinder- und Jugendabteilung, die rund 9000 Medien enthält und den jüngeren Altersklassen Freude am Lesen bereiten soll.

Mitglied in der Stadtbibliothek werden

Die Stadtbibliothek Eschwege ist für die Medienversorgung der Bevölkerung, und zwar unabhängig von verfügbarem Einkommen oder Bildungsgrad, zuständig. Dementsprechend gestalten sich auch die Mitgliedsgebühren, die jeweils für zwölf Monate gelten: Kinder, Azubis und Studenten aus Eschwege zahlen sechs Euro, Auswärtige neun Euro. Erwachsene zahlen zwölf Euro (aus Eschwege), Auswärtige 18 Euro. Die Mitgliedschaft beinhaltet alle Medien sowie die „Onleihe“, bei der auf digitale Medien auf verschiedenen Endgeräten zugegriffen werden kann. Weitere Informationen zur Stadtbibliothek gibt es auch telefonisch unter der Nummer 0 56 51/6215.

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