Timon Freitag tritt beim Landesentscheid des Vorlese-Wettbewerbs an

Bücherbegeistert: Timon Freitag, 11 Jahre, aus Eschwege hat sich für den Vorlese-Wettbewerb in Wiesbaden qualifiziert. Foto: Hörcher

Eschwege. Am Mittwoch tritt der Eschweger Gymnasiast Timon Freitag beim Landesentscheid des bundesweiten Vorlese-Wettbewerbs in Wiesbaden an.

Der elfjährige Timon Freitag ist schon eine richtige Leseratte. „Wenn ich einmal an einer Buchserie dran bin, dann lese ich sie auch zu Ende“, sagt er. Besonders talentiert ist der Schüler des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in Eschwege darin, seine Lieblingsbücher mit seiner Stimme lebendig zu machen. Timon hat sich beim bundesweiten Vorlesewettbewerb für den Landesentscheid qualifiziert. Am Mittwoch darf er in der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden vor einer Jury eine Passage aus dem Roman „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ von Andreas Steinhöfel vorlesen. In dem Buch geht es um zwei Freunde, den hochbegabten Oskar und Rico, der sich selbst als „tiefbegabt“ bezeichnet. Die beiden lösen gemeinsam einen Kriminalfall.

„Wenn ich aus Büchern vorlese, ist es für mich wichtig, dass ich mir die Hauptfiguren gut vorstellen kann.“

Timon Freitag

Das Buch, aus dem er vorliest, hat Timo sich selbst ausgesucht. Einzige Vorgaben der Wettbewerbs-Ausrichter: Es muss ein Roman sein, und Timo muss es schaffen, die Textstelle in maximal drei Minuten zu lesen. Er könne sich gut mich der Hauptfigur Rico identifizieren, begründet Timon, warum seine Wahl auf diesen Roman gefallen ist. „Die Figur Rico ist einfach ein netter, normaler Junge. Wenn ich aus Büchern vorlese, ist es für mich wichtig, dass ich mir die Hauptfiguren gut vorstellen kann.“ Außerdem gefällt Timon der umgangssprachliche und leicht verständliche Schreibstil des Autors. Die Wahl des Buchs hat sich Timon nicht leicht gemacht: Zwei Romane, die vorher in der engeren Auswahl waren, hat er wieder verworfen. „Das Buch muss schließlich auch zu mir passen“, sagt er. Timons Klassenlehrerin Tanja Peters lobt sein Talent: „Es ist toll, wie gut er die einzelnen Figuren mit seiner Stimme mimt und wie er auch unbekannte Texte meistert“, sagt sie. Peters wird heute von zu Hause aus die Daumen drücken. Denn Südhessen ist für die Lehrerin zu weit, um beim Wettbewerb dabei zu sein. „Da müsste ich mir einen ganzen Tag frei nehmen, um mitzufahren“, sagt Peters. Mitfahren werden Timons Eltern. Und er versucht auch, einen Freund mitzunehmen. Das gibt ihm zusätzliche Sicherheit.

Es macht Timon nichts aus, vor vielen Leuten zu lesen. Wichtiger ist, wer da im Publikum sitzt: „Ich lese lieber vor Kindern als vor Erwachsenen“, erklärt er. Ob die Jury-Mitglieder prominente Autoren sind, ist ihm hingegen egal. „Wenn Cornelia Funke dort sitzen würde, wäre ich auch nicht aufgeregter, als ich ohnehin schon bin.“

Von Marc Hörcher

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