Gemeinde lotet durch Forum Stärken und Schwächen der Ortsteile aus

Bürger aus Meißner wollen ihre Dörfer gestalten

Ideen schriftlich festgehalten: Die vier Germeröder (von links) Wolfgang Stricker (69), Harald Zindel (62), Meike Noack (24), Heinz Zindel (73) und Martin Zapf (50) aus Weidenhausen haben sich beim 1. IKEK-Forum dem Themenbereich Landschaft, Erholung und Tourismus gewidmet.
+
Ideen schriftlich festgehalten: Die vier Germeröder (von links) Wolfgang Stricker (69), Harald Zindel (62), Meike Noack (24), Heinz Zindel (73) und Martin Zapf (50) aus Weidenhausen haben sich beim 1. IKEK-Forum dem Themenbereich Landschaft, Erholung und Tourismus gewidmet.

Wo möchte die Gemeinde Meißner hin? Um diese Frage drehte sich das 1. IKEK-Forum am Mittwochabend, zu dem sich etwa 35 Gemeindemitglieder in der Mehrzweckhalle in Abterode eingefunden hatten. IKEK stehe dabei für die sperrige Bezeichnung „Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept“, erklärte Meißners Bürgermeister Friedhelm Junghans.

Abterode - Das Forum ist Teil des Dorfentwicklungsprogramms des Landes Hessen. In dieses wurde die Gemeinde 2019 aufgenommen. Bei den Treffen gehe es darum, sich einen Überblick über die Stärken und Schwächen der Gemeinde zu verschaffen und dann an diesen zu arbeiten, erklärte Junghans.

Die einzelnen Orte – Abterode, Wellingerode, Weidenhausen, Alberode, Germerode, Vockerode und Wolfterode – hatten dazu bereits Ende Juni zu Zukunftswerkstätten eingeladen. Aus diesen Treffen hatten sich drei Bereiche herauskristallisiert, in denen sich die Bürger der Gemeinde Meißner Veränderungen wünschen:

.  Gemeinschaft, Generationen und Vernetzung

.  Siedlung, Infrastruktur und Versorgung

.  Landschaft, Erholung und Tourismus

Beim 1. IKEK-Forum ging es nun darum sich ortsübergreifend und in kleinen Arbeitsgruppen den drei Themenbereichen zu widmen und Entwicklungsziele zu formulieren. Dabei zeigte sich etwa, dass die Fahrradwege den Teilnehmern in allen Gruppen wichtig sind – sowohl Lückenschluss, als auch Ergänzungen sowie eine Verbesserung der Beschilderung. Unterstützt wird die Gemeinde vom Detmolder Fachbüro Arge-Dorfentwicklung.

Soziales

In der Gruppe, die sich mit Gemeinschaft, Generationen und Vernetzung auseinandersetzte, wünschten sich die Teilnehmer vor allem, dass das Vereinsleben gestärkt werde. Die Meißner Bürger möchten, dass die Verantwortlichen bei ihrer Arbeit unterstützt werden.

Auch die Entwicklung von bedarfsgerechten Angeboten und Beteiligungsmöglichkeiten für alle Generation steht auf der Liste; wie auch der Erhalt und die Weiterentwicklung von standortspezifischen Gemeinschaftseinrichtungen.

Verkehr

In der zweiten Gruppe (Siedlung, Infrastruktur, Versorgung) wurde kritisiert, dass die Handwerksbetriebe in den bisherigen Plänen nicht auftauchten. Der Erhalt und die Stärkung der handwerklichen Betriebe wurde nun aufgenommen.

Außerdem wünschen sich die Bürger Meißners einen Ansprechpartner für Leerstände in den Ortsteilen. Diese Person solle über das Leerstandskataster hinaus über leer stehende Häuser und Wohnungen Auskunft geben können.

Auch die Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs war ein Wunsch. Vorgeschlagen wurden etwa ein Bürgerbus und Mitfahrbänke. Da im Zuge des Landesprogramms auch private Häuser gefördert werden können, solle es eine Infoveranstaltung für Fördermöglichkeiten von alten Privathäusern geben, die vor 1950 gebaut wurden.

Neben dem Punkt mehr Grünflächen zu schaffen wurde auch der Wunsch nach einer Verbesserung der örtlichen Wasserwirtschaft auf die Liste gesetzt; ebenso wie es gelte, die bestehende ärztliche Grundversorgung zu erhalten und zu ergänzen.

Natur

In der Gruppe, die sich mit Landschaft, Erholung und Tourismus beschäftigte, stach neben den Fahrradwegen besonders ein Ziel hervor: die Entwicklung und der Erhalt von dorftypischen und zum Verweilen einladenden Plätzen – nicht nur für Touristen.

In Facharbeitskreisen sollen nun weitere Ideen gesammelt und konkretisiert werden sowie Vorschläge zur Umsetzung entwickelt werden. Junghans zeigte sich am Ende des Abends zufrieden: „Es wurden viele gute Ideen eingebracht.“ Er gab zu, dass Dorfentwicklung anstrengend sei, dennoch bräuchte die Gemeinde die Ideen der Bürger. Man wolle nicht immer nur die Vorstellungen der Politiker hören, gebraucht werden auch die der Bürger. „Deshalb ist es wichtig, zu den Facharbeitskreisen zu kommen���, sagt Junghans.

Nächster Termin: Am 7. September um 19 Uhr trifft sich der Facharbeitskreis Tourismus im DGH Germerode.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare