Kosten übersteigen Erträge – Kommunen setzen nun auf Pächter

Bürgerhäuser im Werra-Meißner-Kreis werden kaum genutzt

Werra-Meißner. Die Zukunft der Dorfgemeinschaftshäuser (DGH) im Werra-Meißner-Kreis steht auf dem Prüfstand. Das geht aus einer Studie der Arbeitsgruppe „Siedlungsflächen, Energie und Erreichbarkeiten“ des Kreises hervor. Denn demnach sind die Einrichtungen für den Großteil der Kommunen ein Verlustgeschäft: So haben 54 der insgesamt 139 DGH eine Auslastung von unter fünf Prozent, werden also pro Woche weniger als sechs Stunden genutzt.

Besonders dramatisch ist die Lage neben Bad Sooden-Allendorf und Waldkappel in Herleshausen. Dort müssen gleich neun DGHs in kommunaler Trägerschaft unterhalten werden. Im Ortsteil Holzhausen mit 100 Einwohnern wird die Einrichtung nur insgesamt 24 Stunden im Jahr genutzt und liegt damit deutlich unter dem Wert der anderen Gemeinden im Kreis.

„Die Gebäude stehen leer“, sagt Bürgermeister Burkhard Scheld. Die Probleme seien vielfältig: Pächter seien kaum zu finden, denn die seien gezwungen, den Spagat zwischen Tagesgeschäft und spontanen Vereinsfeiern zu meistern. Auch Schließungen kämen nicht in Frage, denn dann fielen die wenigen Einnahmen ganz weg. „Und das Gebäude inklusive Versicherungen, Heiz- und Wasserkosten muss trotzdem unterhalten werden“, sagt Scheld.

Eine kreative Lösung hat die Stadt Großalmerode für das DHG im Stadtteil Laudenbach gefunden, wie Kirsten Scheibe vom Magistrat mitteilt. Pächterin Bettina Halpape übernimmt die Verwaltung vor Ort sowie die Hausmeistertätigkeiten, wofür ihr zugestanden werde, die Säle für einen gewissen Zeitraum kostenfrei zu nutzen. „Damit werden die Personalkosten niedrig gehalten und gleichzeitig für eine verlässliche Nutzung und ein Catering-Angebot vor Ort gesorgt“, sagt Scheibe. Das Konzept funktioniere seit sechs Jahren hervorragend.

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