Bürgerinitiative kritisiert Windkraft-Ausbau im Kreis

Um ihn fürchten die Naturschützer: Der Rotmilan ist vom Aussterben bedroht. Schreitet der Windkraft-Ausbau im Kreis voran, verschärft sich die Problematik laut einer Bürgerinitiative. Foto: dpa

Werra-Meissner. Bereits jetzt befürchtet Dr. Jörg Brauneis von der Bürgerinitiative zur Rettung des Stölzinger Gebirges bei Waldkappel das Aussterben des Rotmilans durch die Windkraft im Kreis. Dabei habe der Ausbau erst begonnen. „In den ökologisch sensiblen Gebieten, nämlich den Wäldern der Mittelgebirge, gibt es bisher kaum Anlagen", so Brauneis.

Ihm ist auch um andere Tiertarten und das Landschaftsbild bange. „Das Töten von Vögeln und Fledermäusen an diesen Bauwerken ist kein Unfall. Es wird dauerhaft für die gesamte Betriebsdauer der Anlage bewusst in Kauf genommen - ist also Teil des ordnungsgemäßen Betriebs“, sagt Brauneis. Er bezieht sich dabei auf eine Stellungnahme der Deutschen Wildtierstiftung.

Über die in der Studie beschriebene Tötungsproblematik hinaus weist Brauneis auf mehr negative Auswirkungen des Windkraftausbaus hin:

• medizinische Probleme durch Geräuschemissionen, Schlagschatten und Infraschall,

• Zerstörung in den Wäldern durch Rodungen, Zuwegungen, Betriebsplätze und kilometerlange Kabeltrassen,

• auch in Schutzgebieten von europäischem Rang (zum Beispiel FFH-Gebiet Werra- und Wehretal) wurden bereits Windparks genehmigt und gebaut (wie etwa Hausfirste),

• zwar hat Hessen beschlossen, nur zwei Prozent der Landesfläche für Windkraft zu öffnen, allerdings bedeutet dies, dass fast alle Höhenlagen der Mittelgebirge davon betroffen sind, denn nur dort lohnt sich Windkraft im Hessischen Bergland,

• die Zerstörung des typischen Landschaftsbilds der nordhessischen Waldgebirge durch die Windkraft.


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