Demonstranten fordern klares Nein zu Glyphosat

BUND-Demo in Eschwege: „Kein Gift auf unseren Tellern“

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Spritzen symbolisch Papptiere tot: (von links) Heike Matthies vom BUND Werra-Meißner und Egon Pröger waren als Monsanto-Mitarbeiter verkleidet.

Eschwege. „Glyphosat verbieten!“, „Kein Gift auf unseren Tellern!“ und „CDU, buh!“ skandierten die Demonstranten des BUND Werra-Meißner am Donnerstagnachmittag in der Eschweger Innenstadt.

Verkleidet als Monsanto-Mitarbeiter sprühten die Demonstranten symbolisch das Pestizid Glyphosat und vergifteten dabei die mitgebrachten Vögel und Schmetterlinge aus Pappe.

Die Demo fand explizit vor der CDU-Parteizentrale statt, weil laut dem BUND Werra-Meißner sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) den weiteren Einsatz von Glyphosat befürworten würden. Allerdings war von den CDU-Politikern kaum vor Ort: Lediglich der Kreistagsabgeordnete Peter von Roeder war da, um die Unterlagen der Demonstranten für seine Partei entgegenzunehmen. Mit dabei hatte Wolf von Bültzingslöwen, Vorstand des BUND Werra-Meißner, ein Plagiatsgutachten. „Darin wird nachgewiesen, dass das Bundesamt für Risikobewertung ganze Passagen des Monsanto-Gutachtens über Glyphosat unkritisch und ohne Zitat übernommen hat“, sagt er.

Enttäuscht waren die Demonstranten darüber, dass die CDU-Landtagsabgeordneten Lena Arnoldt und Dirk Landau nicht vor Ort waren. Die beiden Politiker waren bei der Plenarsitzung im Landtag in Wiesbaden. Es sei schlichtweg aus organisatorischen Gründen nicht möglich gewesen die Demonstration zu begleiten, teilen Arnoldt und Landau mit.

Sie kritisieren in ihrer gemeinsamen Pressemitteilung das Vorgehen des BUND Werra-Meißner und dessen Kreisvorsitzenden von Bültzingslöwen. In Bezug auf die vom BUND geplante Demonstration vor der CDU-Kreisgeschäftsstelle in Eschwege verwahren sich die Politiker vor der Unterstellung, die CDU zeige sich beim Thema Glyphosat nicht gesprächsbereit. „Selbstverständlich müssen Risiken für die Menschen in allen Produktionsprozessen ausgeschlossen werden – die Gesundheit der Menschen und der Schutz der Umwelt stehen an übergeordneter Stelle“, sagen die beiden CDU-Politiker.

Klar sei aber auch: Wenn wissenschaftlich davon auszugehen sei, dass bei normaler Anwendung keine Gefahr von einem Stoff ausgehe, könne und wolle man ihn nicht aus rein ideologischen Gründen verbieten. „Schon gar nicht, wenn dies in der Landwirtschaft zu massiven Verwertungen führen würde“, sagen Landau und Arnoldt und unterstützen damit die Meinung des Geschäftsführers des Kreisbauernverbandes Werra-Meißner Uwe Roth.

BUND-Demo gegen Glyphosat

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