BUND fordert heute in Eschwege klares Nein zu Glyphosat

Eschwege. Die Debatte um die weitere Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat in der Europäischen Union ist derzeit in der entscheidenden Phase. Der BUND Werra-Meißner plant deshalb gemeinsam mit der gemeinnützigen Nichtregierungsorganisation Campact am heutigen Donnerstag eine Demonstration vor der CDU-Parteizentrale an der Eschweger Herrengasse.

Das Ziel: Die Bundesregierung zu einem klaren Nein in der EU-Abstimmung zu bewegen. „Bislang hat sich Deutschland bei der Abstimmung über die weitere Zulassung des Pestizids enthalten, hätte Deutschland mit Nein gestimmt, wäre das Thema längst vom Tisch“, sagt Heike Matthies vom BUND Werra-Meißner. Nach Angaben des BUND würden sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) den weiteren Einsatz von Glyphosat befürworten. „Deshalb auch die Aktion vor der CDU-Parteizentrale“, betont Matthies.

Hauptsächlich wird das Herbizid in der Landwirtschaft eingesetzt. „Konventionelle Landwirte verwenden Glyphosat zur Nachbearbeitung der Böden nach der Ernte“, sagt Uwe Roth, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Werra-Meißner. Er selbst stehe dem Einsatz des Mittels emotionslos gegenüber, betont Roth: „Wenn objektiv eine Gesundheitsgefahr nachgewiesen wird, gehört das Mittel natürlich verboten.“

Allerdings ist dieser „objektive Nachweis“ bislang nicht erbracht: Während die Internationale Krebsforschungsagentur IARC das Pestizid als wahrscheinlich krebserregend einstuft und Prof. Dr. Maria Finkh, Pflanzenschutz-Expertin der Universität Kassel, vor den gesundheitlichen Risiken warnt, kommen EU-Behörden und das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) zu einem anderen Schluss.

• Treffpunkt für die Demo ist heute um 14.30 Uhr am Nikolaiplatz in Eschwege.

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