Bewährungsstrafe für 35-Jährigen aus Wanfried

Bei Cannabisanbau im Keller tüchtig draufgelegt

Eschwege. Wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge wurde gestern ein 35-jähriger Mann aus Wanfried vom Schöffengericht am Amtsgericht Eschwege zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt.

Der junge Mann kam glimpflich davon, weil er sich bei der Anlage einer Cannabis-Plantage im Keller seines Hauses ausgesprochen dilettantisch angestellt hat.

Weil sein Bedarf zu teuer war, hat er sich selbst als Anbauer betätigt, die Anleitung hatte er aus dem Internet. Am 15. Mai 2012 stellte die Kripo 19 Cannabispflanzen sicher und erntete deren Blüten und Blätter gleich ab, zusammen 1196 Gramm. Seit 2010 hat der langjährige Konsument fünf Ernten eingefahren, nur für den Eigenbedarf.

Die Qualität war bescheiden, die Wirkung musste mit Alkohol verstärkt werden, Zukauf war nötig. Mit intensiver Beleuchtung und Wärme kam die Sache in der Produktion so teuer, dass der gelernte Elektriker den Stromzähler fachmännisch umging und dabei erwischt wurde. Knapp 7000 Euro musste er an das Wanfrieder E-Werk nachzahlen, das deswegen eingeleitete Verfahren gegen ihn wurde daraufhin eingestellt. Das veranlasste den Oberstaatsanwalt zu der Bemerkung „da haben Sie kein Geschäft gemacht und gleich weiter kaufen können“.

Er hielt ihm sein kooperatives Verhalten und umfassendes Geständnis zugute, forderte 15 Monate Haft zur Bewährung. Der Verteidiger plädierte auf Geldstrafe. In seinem letzten Wort räumte der gescheiterte Rauschgiftproduzent ein, eine „ziemliche Dummheit“ begangen zu haben, die nicht wieder vorkommen werde.

Das Gericht wertete die Tat als minderschweren Fall und verhängte ein Jahr Haft, zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Von Helmut Mayer

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