Das Eschweger Tierheim ist auf Betriebskostenzuschüsse der Kommunen angewiesen

Tierheim: 25 Cent für das Tierwohl

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Mitarbeiterin Britta Fahrenbach im Katzenhaus des Eschweger Tierheimes, dass derzeit 15 Tiere mehr beherbergt als eigentlich vorgesehen war. Archivfoto: Werra-Rundschau

Eschwege. Das Tierheim Eschwege platzt aus allen Nähten. 22 Hunde, 85 Katzen und sechs Kleintiere: damit ist die Belegungsgrenze schon lang erreicht.

Eschwege. Das Tierheim Eschwege platzt aus allen Nähten. Derzeit kümmern sich die Ehrenamtlichen des Tierschutzvereins um 22 Hunde, 85 Katzen und sechs Kleintiere, damit ist die Belegungsgrenze schon lang erreicht (WR berichtete).

Grund für die Überlastung sind die vielen abgegebenen Fundtiere, die das Tierheim annehmen muss. Eine Aufgabe die der betreibende Tierschutzverein für die Kommunen im Werra-Meißner-Kreis übernommen hat. Bereits im Januar hatte die Erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Gudrun Schmidt deshalb alle 16 Kommunen im Landkreis angeschrieben und um einen jährlichen Betriebskostenzuschuss von 25 Cent pro Einwohner gebeten. „Immerhin übernehmen wir die gesetzliche Aufgabe der Kommunen und kümmern uns um die Fundtiere“, sagt Schmidt.

„Ich hoffe nun, dass die anderen Kommunen im Kreis dem Beispiel Eschwege folgen und uns den Zuschuss von 25 Cent pro Einwohner gewähren.“

Und der Beitrag von 25 Cent pro Einwohner ist kein großer Betrag: Bei rund 103 000 Einwohnern im Werra-Meißner-Kreis sind es gerade einmal 25 750 Euro die sich auf die 16 Kommunen verteilen würden. Allein 2011 hat das Tierheim laufende Kosten für Futter und Tierarzt in Höhe von 150 000 Euro.

Bislang war der Zuschuss der Kommunen eine freiwillige Leistung, der auch nicht alle Gemeinden nachgekommen sind. „Drei Kommunen bezahlen noch nichts, die andern beteiligen sich derzeit mit zehn bis 13 Cent pro Einwohner“, erklärt Schmidt. Sie hatte gehofft, dass man die 25 Cent pro Einwohner vertraglich festhalten kann. „Doch die Kommunen wollen es als freiwillige Leistung behalten“, sagt Schmidt. Bislang hat auch erst die Kreisstadt auf das Anliegen reagiert und will ab diesem Jahr die Betriebskosten auf die gewünschten 25 Cent pro Einwohner erhöhen. Das wären dann rund 4950 Euro, bislang zahlte Eschwege 3600 Euro. Zudem hat der Magistrat beschlossen, den 2011 errichteten Anbau des Katzenhauses ebenfalls einmalig mit 4950 Euro zu bezuschussen.

Das neue Katzenhaus hat das Tierheim etwa 90 000 Euro gekostet. „Das waren alle unsere Rücklagen, sodass wir nun wieder etwas ansparen müssen“, sagt Schmidt. Denn an den 1985 errichteten Gebäuden seien immer wieder Reparaturen fällig. Zudem befürchtet Schmidt, dass die laufenden Kosten in diesem Jahr wegen der vielen Tiere noch steigen.

„Ich hoffe nun, dass die anderen Kommunen im Kreis dem Beispiel Eschwege folgen und uns den Zuschuss von 25 Cent pro Einwohner gewähren“, sagt Schmidt.

Von Diana Rissmann

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