Das Leben in der Serengeti

Regisseur Matto Barfuss präsentiert „Maleika“ im Cinemagic Eschwege und berichtet von seiner Arbeit im Busch

Kam den Tieren bei den Dreharbeiten sehr nahe: Regisseur und Naturschützer Matto Barfuss präsentierte deine Dokumentation „Maleika“ im Cinemagic Eschwege. Foto: Barfuss/nh

Eschwege. Über seine außergewöhnliche Tätigkeit gesprochen hat Regisseur und Tierschützer Matto Barfuss nun im Cinemagic in Eschwege. 

„Die Natur führt Regie – wir nehmen, was sie uns anbietet und dürfen nicht eingreifen“, eröffnet Matto Barfuss das Gespräch mit einem überwältigten Publikum. Der Regisseur und weltweit angesehene Tierschützer besuchte am Sonntag das Cinemagic Eschwege und lud die Zuschauer nach der Vorführung seines Filmes „Maleika“ zu einem Vortrag über die Serengeti, seiner Regiearbeit und den Verein „Leben für Geparden“ – mit dem er die vom Mensch-Tier-Konflikt bedrohten Tiere zu retten versucht – ein. Anschließend gab er eine Autogrammstunde mit persönlichen Gesprächen über seinen Film.

Als Regisseur im Busch

Barfuss ist seit vielen Jahren als Fotograf in der Serengeti unterwegs und präsentiert einzigartige Eindrücke aus dem Leben in der Wildnis. 2012 beschloss er, die ihm bereits vertraute Gepardin Maleika nach der Geburt ihrer sechs Jungen zu begleiten, bis diese zu eigenständigen Jägern herangewachsen sind. Unter steter Wahrung einer angemessenen Distanz zur Natur ging er bis an seine eigenen Grenzen, um einmalige Eindrücke des Lebens in der Serengeti zu vermitteln.

Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang folgte er der junge Familie vier Jahre lang und erlebte alle Höhen und Tiefen mit – von den Freuden des Familienlebens bis hin zum harten Kampf des Überlebens. Dabei wurde er zu einer Art Mitglied der Gepardenfamilie: Maleika und ihre Jungen duldeten ihn nicht nur, sondern näherten sich ihm oft friedlich an. Trotz seiner emotionalen Bindung musste er in solchen Fällen die Distanz suchen. „Die Natur zuerst. Wir dürfen nicht in das Leben eingreifen und es verfälschen“, erklärt Barfuss auf Nachfrage. Besonders schwer fiel ihm dies in den dramatischsten Momenten: Wenn die Tochter von Löwen gerissen wird, der Sohn ertrinkt oder Maleika sich lebensbedrohlich verletzt.

Bei Temperaturen zwischen nächtlichen null und 35 Grad Celsius tagsüber begleitete das dreiköpfige Team Maleika täglich bei ihren Wanderungen bis sie einen Schlafplatz gefunden hat und übernachtete im 30-Minuten-Rhythmus. Dabei gingen sie mit langen Märschen und gefährlichen Wanderungen bis an ihre Grenzen. „Doch man darf nie den Respekt vor der Natur verlieren“, erklärt Barfuss. Der Mensch gehöre bei keinem Tier zum Beuteschema, doch nichts ersetze in der Wildnis die Erfahrung, wenn es hart auf hart komme.

Von Lorenz Schöggl

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