Qual der Wahl an jeder Ecke

Comedian Florian Schroeder im E-Werk Eschwege

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Vergleiche, Vergleiche, Vergleiche: Kabarettist Florian Schroeder ist ein Optimierer – sagt er über sich selbst.  

Eschwege. Welches Shampoo soll es sein? Ein neues Notebook muss her, doch welches ist das passende? Die Qual der Wahl lauert hinter jeder Ecke! Das thematisierte Comedian Florian Schroeder, der am Samstagabend im E-Werk Eschwege gastierte.

Er stellte sein Programm „Entscheidet euch!“ vor. „Ich freue mich, hier zu sein, das sage ich natürlich nur hier“, begrüßte Schroeder sein Publikum schmunzelnd und begann es auch gleich ausgiebig zu überprüfen.

Um einen therapeutischen Ansatz zu finden, müssten seine Gäste nach Entscheidungsfreudigen und Nichtentscheidungsfreudigen eingeteilt werden, so Schroeder. Er selbst definierte sich als Entscheidungstyp Optimierer: Nie zufrieden, denn es könnte ja etwas Besseres geben. So auch beim Kauf seines neuen Notebooks. Vor lauter Auswahl im Elektrogeschäft seines Vertrauens habe er eine Wasserpause gebraucht, doch auch im Supermarkt warteten zahlreiche Optionen auf den Kabarettisten, denn: „Nur wer alle Optionen kennt, kann optimale Entscheidungen treffen.“ „Vergleiche sind die Vorhölle der Entscheidung“, empörte sich Schroeder und war sich sicher: „Von der Zeugung bis zur Leiche: Vergleiche, Vergleiche, Vergleiche!“ Was im Alltag begann, wurde schnell politisch und kritisch. Ob die Ängste der Menschen, der Muslim-Bann der USA, Merkel und Trump mit Obamas Abhörprotokollen am Lagerfeuer oder Erdogan als Türsteher Europas – in Schroeders Programm kam kein aktuell brisantes Thema zu kurz.

Wie wurde Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten der SPD? Dazu hatte der Comedian seinen Gästen eine ganz eigene Geschichte mitgebracht. Eigentlich habe die SPD eine Pause machen wollen, meinte Schroeder, doch dann wollte der Gabriel. Dessen Nachname beginnt aber nun mal nicht mit einem S wie alle Kandidaten – ausgenommen Oskar Lafontaine – nach Schmidt. Also musste Martin Schulz ran.

Auch zur AfD bezog Schroeder eine klare Position und hatte einen Plan zur Zerstörung der Partei mitgebracht: „Eine Koalition mit der CDU muss her, nach drei Wochen mit Merkel lösen die sich freiwillig auf“, meinte er. Denn schließlich sei die AfD das selbst ernannte Fieberthermometer der Gesellschaft, da wüssten sie ja wenigstens, wo sie hingehören, erklärte Schroeder seinem Publikum.

Trotz kritischer Themen ging der Humor nicht verloren und das Publikum genoss den Abend sichtlich und mit einer Menge Spaß. Nicht zuletzt Schroeders überzeugende Nachahmungen verschiedenster Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens rundeten das Programm ab.

Von Selina Kaiser

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