Christliche Feierlichkeiten verschoben

Corona: Zeremonien bei Konfirmation und Erstkommunion finden nicht wie geplant statt

Konfirmation, Kreuze, Foto Friedenskirche
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Die Corona-Krise trifft jeden von uns und hält Einzug in alle Bereiche des Alltags, also auch auf das religiöse Leben. Vor wenigen Tagen haben sich die beiden großen Kirchen in unserem Land gegen die Ausrichtung von Gottesdiensten entschieden.

Konfirmation

Aber wie geht es jetzt konkret mit geplanten und festen Terminen weiter? Vor dieser Frage stehen in den kommenden Wochen auch zahlreiche Konfirmanden und ihre Familien, denn in Kürze sollten sie eigentlich einen der wichtigsten christlichen Zeremonien feiern. „Derzeit gibt es noch keine flächendeckende Entscheidung, ob und wie die anstehenden Konfirmationsgottesdienste stattfinden“, erklärt Dekanin Ulrike Laakmann zu Beginn der Woche. Die Entscheidung obliege letztendlich der einzelnen Kirchengemeinde. Pfarrer Dr. Christian Schäfer, der für die Kirchengemeinde Hundelshausen/ Dohrenbach zuständig ist, war einer der Ersten, der, in enger Abstimmung mit Kirchenvorstand, den Konfirmanden und ihren Eltern, einen solchen Entschluss getroffen hat.

Keine improvisierte Notlösung

Ein wesentlicher Grund sei gewesen, dass die Konfirmation eines der wichtigsten und emotionalsten Feste für die ganze Familie darstelle. „Den Eltern ist wichtig, dass ihre Kinder eine Konfirmation erleben, an die sie sich gerne erinnern und nicht an eine improvisierte Notlösung.“

Gemeinsam habe man sich entschieden, den Termin vorerst auszusetzen und erst dann nach einem neuen zu suchen, wenn die Situation absehbarer ist. „Das kann noch dieses, aber auch erst im kommenden Jahr sein“, so Pfarrer Schäfer, der sich über das verantwortungsvolle Miteinander freut, das von allen Beteiligten angesichts dieser Entwicklung gelebt wird. 

Ulrike LaakmannDekanin

Auch weitere Kirchengemeinden suchten in diesen Tagen das Gespräch mit den Familien. „Selbstverständlich wissen wir, dass die Enttäuschung bei den Konfirmanden groß ist“, so Laakmann weiter. Die gut vorbereiteten Vorstellungsgottesdienste könnten ebenso wenig stattfinden, wie die Feierlichkeiten selbst, für die schon etliche Planungen getroffen worden seien. „Wir bekommen aber die Rückmeldung, dass die meisten Verständnis für die vor Ort getroffenen Entscheidungen haben.“ Außerdem werde auf Landesebene derzeit über alternative Konfirmationsformate wie zum Beispiel eine Zeremonie im kleinsten Rahmen oder auch digitale Formate, nachgedacht.

Krisenstab eingerichtet

Insgesamt hat die Evangelische Landeskirche Werra-Meißner einen Krisenstab errichtet, der die aktuellen Entwicklungen im Rahmen der Corona-Pandemie beobachtet, bewertet und entsprechende Empfehlungen ausspricht.

Der dazugehörigen Newsticker kann aufeekw.de abgerufen werden.

Erstkommunion

Auch der Pastoralverbund St. Gabriel Werra-Meißner wird die Erstkommunionsgottesdienste auf unbestimmte Zeit verschieben, das teilt Pfarrer Michael Sippel mit. Dies gilt auf jeden Fall für die Kirchengemeinden St. Elisabeth und Eschwege, St. Nikolaus in Wanfried und die Heilige Familie in Sontra; hier werden die Kinder nicht am 19. April ihre Kommunion feiern.

Pfarrer Sippel steht im engen Austausch mit den Eltern. „Zunächst einmal waren alle froh, dass eine Entscheidung getroffen wurde“, erklärt er. „Und nach den Schul- und Kitaschließlungen waren die Wenigsten überrascht, zumal wir auch keinen Vorbereitungsunterricht mehr anbieten können.“ Aktuelle Informationen des Bistums Fulda gibt es unter bistum-fulda.de.

Wegen der Corona-Krise müsse sich die Krichen was einfallen lassen: Gottesdienst per Livestream: Wie die Kirche der Corona-Krise trotzt.

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