„Wann darf ich wieder zu Oma?“

Kindgerechte Vermittlung: Wie sage ich meinem Kind, dass sein Leben auf dem Kopf steht?

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Was ist Corona? Die dreijährige Hannah versteht nur bedingt, warum sich ihr Leben geändert hat.

Das Coronavirus hat in kürzester Zeit drastische Auswirkungen auf das soziale Leben jedes einzelnen Bürgers. Ob beim Einkaufen, an der Arbeit oder im Freundeskreis: Jeder ist von den Restriktionen direkt betroffen.

Das soziale Leben wird auf ein Minium eingeschränkt. Dabei überschlagen sich die Ereignisse dieser Tage so rasant, dass selbst informierte Erwachsene nur schwer Schritt halten können. Doch wie gehen diejenigen damit um, die nicht in sozialen Netzwerken organisiert sind, die nicht regelmäßig Nachrichten abrufen und das Geschehen verfolgen? Für kleine Kinder ist das, was gerade um sie herum geschieht, nur schwer zu verstehen.

Alltag extrem verändert

Ein Erreger grassiert, den man nicht sehen, nicht fühlen kann, von dem sie im besten Fall nicht betroffen sind – der ihren Alltag trotzdem extrem verändert. „Das Corona-Virus ist eine Krankheit. Deswegen dürfen wir eigentlich auch niemanden mehr besuchen oder irgendwohin fahren, damit wir gesund bleiben“, das wissen die beiden Schwestern Frieda (5) und Hannah (3) inzwischen schon. Aber verstehen sie auch wirklich, warum sie nicht mehr in den Kindergarten gehen dürfen oder warum auch der Spielplatz – gerade jetzt, wo die Sonne nach draußen lockt – verboten ist? Auch lieb gewonnene Hobbys wie Tanzen oder Schwimmen sind erst mal tabu, dafür müssen die Hände jetzt häufiger gewaschen werden – und wie war das mit dem Husten und der Armbeuge? Dass mindestens ein Elternteil jetzt auch viel zuhause ist, aber arbeiten und gleichzeitig aufpassen, Essen machen und die Zeit sinnvoll ausfüllen muss, ist vielleicht in den ersten Tagen noch ein kleines Abenteuer für die Kinder, bringt aber die Familienstruktur ganz schön durcheinander.

Kinder ernst nehmen

Die Kinder ernst nehmen, verstehen, dass sie traurig darüber sind, dass für sie wichtige Feste wie etwa der lang ersehnte Geburtstag nur noch im kleinsten Rahmen gefeiert werden können und dass auch noch unklar ist, wann alles wieder so sein wird, wie es mal war – Eltern sollten auf die Sorgen der Kinder eingehen, ohne Panik zu schüren. „Ehrlichkeit ist ganz wichtig, dass man Kindern mit einfachen Worten erklärt, was gerade passiert“, erklärt die Mutter eines befreundeten Kindes, mit der man jetzt überwiegend via Smartphone kommuniziert, ihre Strategie. „Mein dreijähriger Sohn fragt auch, wann er seine Großeltern endlich wieder besuchen darf und versteht nicht, warum plötzlich nichts mehr möglich ist“, ergänzt eine andere Mutter.

Kreative Beschäftigungsangebote

Wer selbst nicht weiß, wie er für all das die richtigen Worte findet, greift zum Smartphone oder schaltet den Fernseher an. Denn inzwischen gibt es zahlreiche Videos und Bilder, die das Thema kindgerecht vermitteln. Auch kreative Beschäftigungsangebote für die Zeit daheim findet man online oder bekommt sie durch Elterngruppen-Chats oder per Mail zugesandt. Hier lässt sich eine große Solidarität beobachten, denn irgendwie sitzen alle Eltern in einem Boot und versuchen, die kommenden Wochen so unbeschadet wie möglich zu überstehen – dies gilt für sich selbst ebenso wie für den Nachwuchs.

Wochen bieten Chancen

Neben all den Einschränkungen, die gerade erlebt werden, bieten die kommenden Wochen aber auch eine Chance. Die Zeit mit den Kindern fernab von Hetze und Termindruck neu zu gestalten, kann so manche Familie zusammenschweißen. Und wenn dann irgendwann wieder Normalität eingekehrt ist, denkt der eine oder andere zurück an die Zeit, als Mama, Papa und Kinder zusammen im Homeoffice waren und jeder für sich und doch alle etwas zusammen gemacht haben. 

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