Welle der Solidarität

Corona-Krise: Konkrete Angebote und Nachbarschaftshilfen gegen Isolation und Hilflosigkeit

Corona: Ebstorfer Initiative will für Alte und Erkrankte einkaufen, Jens Ziegeler (28.02.2020, Nordrhein-Westfalen,. Foto: Oliver Berg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit
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Manchmal braucht es nur einen Ersten, der den anderen aus der Seele spricht. In Zeiten von Corona ist jede Hilfe gefragter denn je, und in den vergangenen Tagen haben sich mehr und mehr Menschen bereit erklärt, ihren Nächsten beizustehen.

Die Solidaritätswelle rollt: Mal geht es darum, dem Nachbarn unter den Arm zu greifen, falls benötigt; mal sind es ganz konkrete Angebote. Wir stellen drei davon vor.

Wir gegen Corona

Zusammenstehen in der Corona-Krise; Nächstenliebe zeigen und Schwächere unterstützen: All das leben die Jugendorganisationen aus dem Werra-Meißner-Kreis vor.

Innerhalb von wenigen Tagen hat die Idee der fünf Jugendorganisationen Junge Union, Junge Liberale, Linksjugend, Jusos und Grüne Jugend große Kreise gezogen und für ein riesiges mediales Echo gesorgt. Fernsehsender berichteten, in sozialen Netzwerken war die Dankbarkeit groß. 

Gemeinsam haben sie die Initiative „Wir gegen Corona! Wir für unsere Mitbürger!“ ins Leben gerufen. Unter der eigens eingerichteten Hotline „Wir gegen Corona“ gibt es unkompizierte Nachbarschaftshilfe. "Unter 0157/30 75 32 46 sind wir immer erreichbar", sagt Organisatorin Leonie Bierent.

Hohenhaus hilft

Jahrzehntelange Verankerung in der Region; ein erarbeitetes und Stück für Stück ausgebautes Netzwerk, das seinesgleichen sucht: Das bietet das Hotel Hohenhaus. Ein unschätzbarer Vorteil in Krisenzeiten, denn: „Wir kennen immer jemanden, der Hilfe geben oder herstellen kann“, sagt Hoteldirektor Peter Niemann.

Netzwerk nutzen: Die Mitarbeiter des Hotels Hohenhaus organisieren eine Nachbarschaftshilfe.

Ab sofort hat das Hotel deshalb eine Hotline geschaltet: 0 56 54/98 76 00. Besetzt ist diese über die nächsten vier Wochen von montags bis freitags zwischen 8 und 16 Uhr. „Manchmal löst schon ein einziger Anruf ein Problem“, sagt Peter Niemann – scheuen müsse sich niemand, egal, ob er Hilfe beim Transport oder bei der Beschaffung von Lebensmitteln benötigt. Abdecken könne Hohenhaus den Bereich Herleshausen und Ringgau samt der jeweiligen Ortsteile.

„Wir sind kein professioneller Dienstleister, sondern bieten unkomplizierte Nachbarschaftshilfe an“, so der Hoteldirektor. Geöffnet hat das Restaurant im Übrigen freitags, samstags und sonntags zu den gesetzlich vorgegebenen Öffnungszeiten. Gäste werden im geforderten Abstand zueinander gesetzt.

Wurst-Taxi

„Die Grundversorgung der Menschen zu gewährleisten, ob in ruhigen und unruhigen Zeiten – dafür sind das Lebensmittelhandwerk und die Landwirtschaft da“: Das sagt Fleischermeister Max Beck (Landfleischerei Opfer) aus dem Ringgauer Ortsteil Datterode. Um den gesamten Werra-Meißner-Kreis nicht nur mit Fleischwaren, sondern nach einer gewissen Anlaufphase auch mit Grundnahrungsmitteln wie Brot, Eiern und Butter versorgen zu können, hat der Betrieb das „Wursttaxi Werra-Meißner“ ins Leben gerufen. „Die erste Resonanz ist phänomenal“, sagt Max Beck – schließlich ist das Modell auch denkbar einfach zu handhaben.

Initiator des Wurst-Taxis Werra-Meißner: Fleischermeister Max Beck aus Datterode.

Zunächst müssen die gewünschten Waren über ein Formular übermittelt werden (Telefon 0 56 58/8745; Fax: 0 56 58/92 37 35; E-Mail: info@landfleischerei-opfer.de). Jeweils donnerstags und freitags werden die Waren direkt zu den Kunden geliefert und inklusive Bon und Wechselgeld vor der Haustür abgestellt. Die Lieferung ist kostenfrei; das Geld für die bestellten Waren kann verschlossen vor der Haustür abgelegt werden. „Vor und nach jedem Kunden werden selbstverständlich die Hände desinfiziert, persönlicher Kontakt wird vermieden und der empfohlene Sicherheitsabstand gewahrt“, sagt Max Beck.

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