Theorie- und Praxisunterricht sind verboten

Corona-Krise: Fahrschüler im Werra-Meißner-Kreis werden ausgebremst

Fahrschulautos sind derzeit nicht unterwegs: Wegen der Corona-Pandemie ruht der Unterricht mindestens bis zum 19. April.
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Fahrschulautos sind derzeit nicht unterwegs: Wegen der Corona-Pandemie ruht der Unterricht mindestens bis zum 19. April.

Theorie pauken, die ersten Minuten am Steuer auf der Straße zurücklegen: Für Fahrschüler ist das im Werra-Meißner-Kreis derzeit nicht möglich. Wir sprachen mit den Fahrschulen. 

Wegen der Corona-Pandemie ruht der Schulbetrieb. Wer seinen Führerschein machen will, der muss aktuell im Werra-Meißner-Kreis Geduld mitbringen.

„Bei uns passiert bis zum 19. April erst mal gar nichts“, sagt Lothar Walter von der Academy-Fahrschule, die Standorte in Eschwege und Sontra hat. So lange gilt das Unterrichtsverbot durch das Hessische Sozialministerium bislang.

Der Betrieb von CE-Fahrschulen ist weiter möglich

Weiterhin möglich ist laut Hessens Verkehrsministerium der Betrieb von CE-Fahrschulen für die Klassen C1, C1E, C, CE und T. „Grund der Ausnahme ist die Aufrechterhaltung von Lieferketten und Logistik“, heißt es.

Der Tüv hat in Hessen derweil alle Fahrschulprüfungen ausgesetzt. Ausnahmen gelten für die Polizei, Feuerwehr, Rettungs- und Sozialdienste, heißt es auf dem Internet-Auftritt des Tüv.

Lothar Walter hat für seine Fahrlehrer Kurzarbeit beantragt und für den Betrieb die staatliche Corona-Soforthilfe. Welche Auswirkungen hat der Unterrichts-Stop für die Fahrschüler? „Die Theorie nachzuholen ist für uns kein Problem“, sagt Walter. 

Die könne man zügig abarbeiten. Problematischer werde es bei der praktischen Übung. Der Grund: Ein Fahrlehrer darf per Gesetz nur elfmal 45 Minuten pro Tag praktisch schulen.

Viele Fahrschüler standen kurz vor der praktischen Prüfung

Ähnliches berichtet Marcus Opas von der gleichnamigen Fahrschule, die in Eschwege unterrichtet. Er hat Verständnis für die Situation: „Wenn der Unterrichtsraum voll ist, dann ist es nicht möglich, die nötige Distanz zwischen den Menschen einzuhalten“. 

Leid tun ihm vor allem die Fahrschüler, die kurz vor ihrer praktischen Prüfung standen. Viele hätten sich zeitliche Ziele für den Führerschein gesetzt, zum Beispiel bis zum Schulabschluss damit fertig zu sein. „Es macht Sinn, die Praxis nach der Pause noch einmal ein wenig aufzufrischen“, sagt Opas.

Könnte nicht zumindest die Theorie weiter Online unterricht werden? Der Fahrlehrerverband Hessen sagt dazu: „Wer einen Antrag mit einem schlüssigen Konzept bei seinem Regierungspräsidium abgibt, erhält die Genehmigung, Online-Theorie-Unterrichte anzubieten. Diese Genehmigung soll auf die Corona-Zeit befristet werden.“

"Tragfähiges Konzept" für Online-Theorie schwer zu erstellen

Zuvor hatte das Hessische Verkehrsministerium erklärt: „Online-Angebote in Bildungseinrichtungen sind grundsätzlich möglich. In der Fahrschulausbildung setzt ihr Einsatz aber ein tragfähiges Konzept voraus, das von den für den Vollzug des Fahrschulrechts zuständigen Regierungspräsidien sorgfältig zu prüfen wäre.“

Solch ein „tragfähiges Konzept“ zu erstellen und beim Regierungspräsidium Kassel genehmigt zu bekommen, sei allerdings sehr schwierig. Die gesetzlichen Hürden dafür hoch, sagt Stefan Schnücker, Inhaber von „Stefans Fahrschule“ in Witzenhausen.

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