Corona im Werra-Meißner-Kreis

Helden des Alltags - die Mitarbeiter von Supermärkten

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Sind aktuell im Dauereinsatz: Marktleiterin Ingrid Möller und Mitarbeiterin Christine Peper vom „Lädchen für Alles“ in Eschwege.

Während der Corona-Krise stehen im Werra-Meißner-Kreis neben Pflegekräften und Ärzten auch die Mitarbeiter in den Supermärkten an vorderster Front.

Eschwege - In der Krise zeigen sich die wahren Helden des Alltags. Neben Ärzten und dem Pflegepersonal stehen zurzeit auch sie in der ersten Reihe und leisten ihre Arbeit im Dienst der Gemeinschaft: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Supermärkte. Auch sie erleben eine Welle der Dankbarkeit.

„Kunden kommen vorbei und geben uns Desinfektionsmittel für die Mitarbeiter, damit wir so lange wie möglich durchhalten“, erzählt Ingrid Möller, Leiterin des „Lädchens für Alles“ in Eschwege. „Eine Schneiderin von gegenüber hat für uns Gesichtsmasken selbst genäht, damit wir uns schützen können.“

Corona im Werra-Meißner-Kreis: Lädchen beschäftigt Schwerbehinderte

Im Lädchen arbeiten zu einem Teil Mitarbeiter mit Schwerbehinderung, auf die bei der Einteilung der Dienstpläne besondere Rücksicht genommen wird. Nicht zuletzt hat das Supermarktpersonal offiziell Anrecht auf Notbetreuung für ihre Kinder bekommen, da sie als „systemrelevante“ Berufsgruppe erkannt wurden.

Um nicht nur ihre Mitarbeiter, sondern auch die Kunden zu schützen, hat Möller Maßnahmen ergriffen, die vor einer Woche undenkbar gewesen wären. „Schulkinder sollen den Laden zurzeit nicht betreten“, sagt sie. „Die Bewegung im öffentlichen Raum soll ja eingeschränkt werden. Außerdem haben wir überwiegend ältere Kunden hier.“

Corona im Werra-Meißner-Kreis: Ausnahmezustand im Marktwert Datterode

Auch im Marktwert Datterode besteht ein Teil der Mitarbeiter aus Menschen mit Schwerbehinderung. Beide Läden werden von der Integrationsfirma Stellenwert unter dem Dach des Vereins Aufwind betrieben.

„Bei uns herrscht seit zwei Wochen Ausnahmezustand“, berichtet Marktleiterin Silke Ludwig. „Zuerst haben wir richtig gute Umsätze gemacht, so viel wie nicht einmal vor Weihnachten und Ostern, in den letzten Tagen kommen wieder weniger Menschen.“ Die Empfehlungen der Bundesregierung, zuhause zu bleiben, greifen also. Doppelte Umsätze bedeuten für die Mitarbeiter auch, dass sie am physischen Limit arbeiten.

Corona im Werra-Meißner-Kreis: Toilettenpapier ausverkauft

Wie überall ist auch in Datterode das Toilettenpapier ausverkauft, obwohl es zwei Mal wöchentlich nachgeliefert wird. „Hier verhalten sich manche Kunden schon mal unvernünftig und reißen uns die Pakete regelrecht aus der Hand. Deshalb darf jetzt jeder Kunde nur noch ein Paket kaufen.“

Die meisten Kunden haben Verständnis für solche Maßnahmen. Silke Ludwig kann gut verstehen, wenn die Menschen sich einen Vorrat anlegen wollen, deshalb möchte sie den Begriff „Hamsterkauf“ nicht verwenden.

Corona im Werra-Meißner-Kreis: Alle Produkte werden regelmäßig nachgeliefert

„Es ist doch eine ganz normale Reaktion, wenn man jetzt etwas mehr einkauft. Niemand weiß, wie oft er in den nächsten zwei Wochen noch rausgehen möchte.“ Sie betont, dass der Laden alle Produkte regelmäßig nachgeliefert bekommt. Die Mitarbeiter schützen sich mit Handschuhen und Desinfektionsmittel, vor den Kassen wird eine Plexiglas-Scheibe angebracht.

Für die Kunden wurden am Boden vor der Kasse Markierungen aufgeklebt, damit diese dort einen Meter Abstand voneinander halten. Besonders schön findet die Marktleiterin, dass die Männer des Dartclubs Datterode im Laden einen Aushang gemacht haben, auf dem sie älteren Menschen anbieten, für sie einkaufen zu gehen.

Corona im Werra-Meißner-Kreis: Solidarität gibt Kraft

Ludwig schätzt die Zeichen der Solidarität: „Es gibt für uns viel Zuspruch dieser Tage und Trinkgelder für die Mitarbeiter, denn die Kunden sind froh und dankbar, dass wir für sie arbeiten.“

Die neuesten Entwicklungen zu Corona im Werra-Meißner-Kreis gibt es im News-Ticker.*

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