Testergebnis bei Patientin positiv – Mediziner in Quarantäne

Coronaverdacht: Arzt schließt Praxis freiwillig länger

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Noch bis Sonntag geschlossen: Die Praxis von Allgemeinmediziner Benedikt Rogge musste schließen. Eine Patientin, mit der der Arzt in Kontakt kam, wurde positiv auf Corona getestet.

Die Praxis für Allgemeinmedizin, Chirotherapie und Osteopathie an der Bahnhofstraße in Eschwege ist seit Anfang des Monats geschlossen: Coronaverdacht.

Das Kreisgesundheitsamt verfügte die Schließung bis Ostern. Arzt und Praxisinhaber Benedikt Rogge verlängerte freiwillig und aus eigenem Ermessen bis einschließlich kommenden Sonntag, 19. April.

„Wir hoffen, dass unser Labor bis dahin per Antikörpertest sagen kann, ob es tatsächlich Covid-19 oder irgendein anderer grippaler Infekt war“, sagt Benedikt Rogge, der gemeinsam mit seiner Frau in häuslicher Quarantäne war.

Möglicher Kontakt 

Zum möglichen Kontakt mit dem gefährlichen Virus kam es während des ärztlichen Bereitschaftsdienstes im Container am Krankenhaus in Eschwege.

„Kurz vor Schluss kam eine ältere Patientin mit ganz anderen Symptomen“, schildert Rogge die folgenreiche Begegnung. Der auf Nachfragen hin gemachte Abstrich sei dann nach zwei Tagen positiv getestet zurückgekommen.

In häuslicher Quarantäne

Seitdem seien seine Frau und er in häuslicher Quarantäne. „Mit Bescheid und täglichen freundlichen Anrufen vom Gesundheitsamt.“ Der Arzt beschreibt den Verlauf, der auf eine Erkrankung an Corona hindeutet: „Von den Symptomen her nehmen wir an, Covid-19 in leichter Form durchgemacht zu haben, unsere Abstriche waren allerdings negativ.“ Das habe zu Verwunderung geführt und auch dazu, dass die Hoffnung einer eigenen Immunisierung nicht eingetreten zu sein scheine. „Das hatten wir uns anders gedacht: durchmachen und anschließend niemanden mehr wegen Corona gefährden können, das war der Wunsch“, sagt Rogge, „jetzt ist unsicher, woran wir sind.“

Ungewollte Auszeit 

Mit der Schließung schickte Rogge sein Praxisteam in ungewollte und nicht geplante Auszeit. Am kommenden Montag will der Allgemeinmediziner seine Praxis wieder eröffnen. Der Arzt setzt auf den „Antikörpertest als großen Mosaikstein im Kampf gegen Corona“, sobald der in großer Zahl verfügbar sei. „Wer einmal infiziert war, kann niemanden mehr anstecken.“

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