Der erste Tag war entspannt

Coronavirus: Alle Jahrgänge sind in die Schulen zurückgekehrt

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Neues Ritual: Vor dem Unterricht müssen alle Schüler jetzt Händewaschen.

Mit gehörigem Respekt haben die Kollegien der Schulen im Landkreis der Wiedereröffnung für alle Jahrgänge entgegengesehen. Letztlich war der Wiederbeginn für alle Jahrgänge nicht so nervenaufreibend, wie die Schulen es befürchtet hatten.

Vorausgegangen waren exakte Hygienekonzepte und die Erfahrung der älteren Jahrgänge.

Grundschule

An der Eschweger Grundschule sind gestern die Jahrgänge drei, zwei und eins in den Unterricht zurückgekehrt. Zwölf Klassen werden jetzt gleichzeitig unterrichtet – aber nicht alle der 280 Schüler. Die Klassen wurden halbiert, wie Schulleiterin Nicole Schröder und Stellvertreter Nick Werkmeisterberichten, und werden jetzt wochenweise wechselnd unterrichtet. Der erste Tag sei sehr entspannt verlaufen, berichten sie. Die anwesenden Schüler werden entzerrt. Unterrichtsbeginn ist für einen Teil um 7.50 Uhr, für den anderen um 8.05 Uhr. Dementsprechend werden auch die Pausen nicht mehr gleichzeitig verbracht. „Die Schüler verteilen sich zudem auf drei Schulhöfen“, sagt Schröder.

Bis zu den Sommerferien bleibt nicht mehr viel Zeit im Präsenzunterricht. Schröder und Werkmeister haben aber auch Positives an den Coronamaßnahmen entdeckt: Das Arbeiten im Unterricht sei jetzt effektiver. Weil weniger Schüler anwesend seien, gäbe es in den Kleingruppen weniger Störungen. Konflikte auf dem Pausenhof kämen sehr selten vor.

Mittelstufe

„Sehr stolz“ auf ihre Schüler, die in einen stark veränderten Unterrichtsalltag zurückkehren, diesen aber hervorragend meistern, ist Kerstin Ihde, Schulleiterin der Anne-Frank-Schule Eschwege. „Jeder einzelne Schüler hält sich streng an die Regeln. Ein Dank gebührt den Eltern, die ihre Kinder so gut auf die neue Situation vorbereitet haben.“

Unterricht auf Abstand: Nur zwölf Kinder werden gleichzeitig beschult.

Im Gänsemarsch im vorgeschriebenen 1,5-Meter-Mindestabstand geht es für die Schüler aller Jahrgangsstufen auf abgeklebten Wegen nun in die Klassenräume. Jeder Schüler hat seinen festen Platz, den er nicht wechselt; die Funktionsräume bleiben weiterhin gesperrt. Besonderheit: Sämtliche Jahrgänge der Anne-Frank-Schule sind in A- und B-Gruppen unterteilt, die tagweise abwechselnd in die Schule kommen. „So kann jeder Schüler im Durchschnitt zwei Unterrichtstage in der Woche absolvieren“, erklärt Kerstin Ihde. Unterrichtet wird nur die Hälfte der Schülerzahl – kleinere Gruppen bedeuten auch schnelleres Vorankommen im Lernstoff.

Das Kollegium hat indes alle Stundenpläne komplett umgearbeitet, um sie an die Corona-Bedingungen anzupassen. „Weiterhin wurde zusätzliches Aufsichtspersonal angestellt“, sagt die Schulleiterin.

Oberstufe

An den Beruflichen Schulen ging es gleich zur Sache. Am ersten Tag des Restarts hatten auch die mündlichen Abiturprüfungen begonnen. Schulleiter Ekkehard Göttingist dennoch mit der Rückkehr aller Schulformen zufrieden. Mindestens einen Tag pro Woche wird jede Schulform wieder in den Räumen der Beruflichen Schulen unterrichtet. Pro Tag befinden sich etwa 350 Schüler gleichzeitig im Gebäude. „Aufgrund der Erfahrungen aus den vergangenen Wochen ist das gut zu bewältigen“, sagt Götting. Auch die 180 mündlichen Abiturprüfungen seien kein Problem. „Wir wissen nach den schriftlichen Prüfungen, wie wir uns zu verhalten haben.“ Eine Übergabe der Abiturzeugnisse – inklusive Gruppenfotos mit Abstand – ist in mehreren Etappen für den 9. und 10. Juni vorgesehen. Somit könne man so etwas wie eine Verabschiedung gewährleisten.

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