Kaffeetrinken ist Formsache

Coronavirus: Datenerfassung in den Lokalen im Werra-Meißner-Kreis funktioniert

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Name, Anschrift und Telefonnummer eines jeden Gastes müssen die Wirte in Hessen dokumentieren. Die Regelungen sind bundeslandabhängig.

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist Wirklichkeit geworden, wovor sich Datenschützer stets gefürchtet hatten: persönliche Daten werden erfasst und gesammelt.

Die Registrierungspflicht in der Gastronomie sorgt nicht nur für Unbehagen bei so manchem Kunden, auch für die Eschweger Wirte stellte die neue Regelung zunächst eine Herausforderung dar. „Wir mussten uns am Anfang ja auch erst überlegen, wie sich die Gäste jetzt registrieren sollen“, erinnert sich Veronika Ballasch vom Waldgasthaus Schubarts Höhe.

Denn bei Listen, Zetteln oder Gästebüchern mussten die Restaurant- und Cafébetreiber sowohl Hygiene-, als auch Datenschutzbestimmungen in ihre Überlegungen mit einbeziehen. „Wir haben uns dann ganz bewusst für Zettel entschieden, damit niemand die Daten eines anderen einsehen kann“, erklärt Thomas Burriesci vom gleichnamigen Restaurant in Reichensachsen.

Hygienekonzept der Gastronomie

Und auch bei der Kontaktdatenerfassung muss das Hygienekonzept der Gastronomie berücksichtigt werden. „Wir desinfizieren deshalb die Stifte nach jedem Gast“, erläutert Frank Vollmar, Inhaber des Landgasthofs Zum Stern.

Bei der praktischen Umsetzung der hessenweiten Verordnungen wird jedoch nicht nur auf die freiwillige Kooperation der Gastwirte vertraut, die Kommunen prüfen auch selbst nach. „Bei uns hat das Ordnungsamt kontrolliert, ob die Kontaktzettel auch geführt werden“, berichtet Veronika Ballasch.

Im Falle einer Corona-Infektion kann das Gesundheitsamt dann die Aufenthaltsorte der betreffenden Person nachverfolgen und fordert die jeweiligen Kontaktdaten innerhalb eines festgelegten Zeitraumes an.

Laut Jörg Klinge, Sprecher des Werra-Meißner-Kreises, gab es seit Einführung der Datenerfassung nur einen Fall, in dem das Gesundheitsamt eine Namensliste eines Restaurants aus dem Kreis anfragen musste. Die Nachforschungen des Amtes erstreckten sich auf 23 Listeneinträge. Aus diesen habe sich allerdings kein bestätigter Ansteckungsfall ergeben, so Klinge.

Vier Wochen Aufbewahrungszeit

Die gesammelten Zettel dürfen lediglich vier Wochen aufbewahrt werden, dann müssen diese geschreddert werden, so will es die Hessische Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung. Die Regelungen sind dabei von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Auch bei der Plausibilität, also dem Inhalt der Kontaktdatenzettel, sind die Gastwirte dazu angehalten, die von ihren Gästen gemachten Angaben zu überprüfen. Von Problemen hierbei können die Eschweger Wirte nichts berichten.   

Von Kim Hornickel

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