Und plötzlich selbst Patient

Coronavirus: Wie ein Arzt des Klinikums Werra-Meißner die Infektion mit Covid-19 erlebte

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Wohl im Skiurlaub, nicht bei der Arbeit im Klinikum Werra-Meißner, hat sich der Arzt mit dem Coronavirus infiziert.

„Es ist gefühlt immer alles noch weit weg, bis es einen selbst trifft - wie bei Katastrophen am anderen Ende der Welt, über die man etwas im Fernsehen sieht“, sagt der erste Mitarbeiter des Klinikums Werra-Meißner, der positiv auf das Coronavirus getestet worden ist.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht an der Arbeit, sondern im Skiurlaub in einem Nicht-Risikogebiet habe sich der Arzt, der nicht namentlich genannt werden möchte (Name der Redaktion bekannt), infiziert. „Samstags kam ich nach Hause, montags war ich wieder im Dienst und am Mittwoch ereilte mich dann ein allgemeines Unwohlsein mit leichten Magenschmerzen“, berichtet er. Der Test war eindeutig: Es lag eine Infektion mit Covid-19 vor. „Ich war schon erschrocken“, berichtet der Mediziner.

Keine typischen Corona-Symptome

Auch wenn es nicht die typischen Corona-Symptome waren, ließ der Mann sich testen – glücklicherweise. Direkt danach ging es in Absprache mit dem Gesundheitsamt in häusliche Quarantäne. Die Kontaktpersonen der vergangenen Tage vom Arbeitsplatz, drei Patienten und einige Mitarbeiter, wurden ermittelt und überprüft. Nur eine Kollegin wurde ebenfalls positiv auf das Virus getestet. Dass die Ehefrau des Arztes mit der hoch ansteckenden Krankheit ebenfalls infiziert war, kam nicht überraschend.

Ab Samstag schlug das Virus richtig zu: Fieber, Albträume, Krankheitsgefühl. „Das war heftig, spätestens dann wäre ich sowieso krankgeschrieben gewesen“, sagt der Mediziner. Eine Woche später ging es ihm wieder besser, zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels wartete er nur noch auf die zweite negative Probe, um vom Gesundheitsamt wieder „freigesprochen“ zu werden und an die Arbeitsstelle gehen zu dürfen. „Ich freue mich darauf“, sagt der Arzt. Mittlerweile ist er längst wieder im Dienst. Am Klinikum sei es angesichts der verschärften Sicherheitsvorkehrungen in puncto Hygiene und Patientenverkehr in den meisten Abteilungen relativ unwahrscheinlich, sich mit dem Coronavirus anzustecken. „Ausschließen kann man es aber natürlich nie“, so der Mediziner.

Keine angesteckten Patienten

Sein Corona-Erlebnis jedenfalls hat der Arzt überstanden – mit relativ wenigen Auswirkungen. Denn in diesem konkreten Fall keine angesteckten Patienten und nur eine infizierte Mitarbeiterin, bei der nicht mal klar ist, ob sie sich bei ihrem Kollegen angesteckt hat, sprechen dafür, „dass die Sicherheitsvorkehrungen im Klinikum greifen“, sagt Klinkum-Sprecher Florian Künemund.  red/esp/ts

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