Sanierung

Damit nichts bricht: Betonbecken des Zentralklärwerks Eschweges werden saniert

Vorher – nachher: Der Leiter des Zentralklärwerks Stephan Bauer (links) steht vor dem Becken, das noch nicht behandelt wurde, Abwassermeister Thomas Bergner vor dem gereinigten und sanierten Becken.
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Vorher – nachher: Der Leiter des Zentralklärwerks Stephan Bauer (links) steht vor dem Becken, das noch nicht behandelt wurde, Abwassermeister Thomas Bergner vor dem gereinigten und sanierten Becken.

Damit die Becken im Zentralklärwerk der Stadt Eschwege stabil bleiben, müssen sie erneuert werden.

Eschwege – Seitdem das Zentralklärwerk der Stadt Eschwege 1975 errichtet wurde, landen hier täglich die Abwässer von rund 30 000 Menschen. Tag für Tag wird an der Anlage vollkommen unaufgeregt und geräuschlos gearbeitet, damit wir nicht im Gestank ersticken. Nach mehr als 45 Jahren sind die Betonbauwerke der Kläranlage aber in die Jahre gekommen und müssen saniert werden.

Den Anfang machten jetzt die Becken von Regenwasserüberlauf und Vorklärung. Alle weiteren sollen folgen.

Bei den routinemäßigen Untersuchungen wurden Rissen in den Betonbecken festgestellt und beanstandet. Mit Kernbohrungen hatten sich die Experten 2020 Gewissheit verschafft. Teilweise gab es Abplatzungen, sodass schon die Stahlarmierung zum Vorschein trat. „Auch Beton hält nicht ewig“, sagt Stephan Bauer, der Leiter des Zentralklärwerks der Kreisstadt Eschwege.

Es musste gehandelt werden. Denn: Sollten die Becken undicht werden, verlieren sie an Stabilität. Schlimmstenfalls könnten sie auseinanderbrechen. Deswegen haben die Betonsanierer von Herbert Möller aus Waldkappel Ende März mit der Instandsetzung begonnen. Der Betrieb des Klärwerks läuft indes weiter. „Weil es nicht häufig regnet, ist das kein Problem“, sagt Bauer.

Zunächst wurden die jeweils 700 Kubikmeter fassenden Becken entleert. Anschließend wurden die Betonwände mit einem Hochdruckstrahlgerät mit bis zu 2500 Bar gereinigt. Zurzeit sieht man den Vergleich von vorher (linke Bildhälfte) und nachher (rechte Bildhälfte) sehr anschaulich. In die schadhaften Wände wurde Epoxidharz verpresst, um die Risse auszubessern.

Das Gleiche wird auch mit dem zweiten Becken passieren. Ende August sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Bis dahin wurde eine sechsstellige Summe investiert. „Diese Investitionen sind in den Abwassergebühren der Bürger bereits eingepreist“, sagt Bauer. Das Klärwerk nimmt neben den Abwässern der Kreisstadt und den sieben Stadtteilen das anfallende Gebrauchswasser von Berkatal und Teilen von Meinhard und Meißner auf.

19 Mitarbeiter kümmern sich in Eschwege, damit alles reibungslos läuft. Sie sind 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr einsatzbereit. So sind rund 30 000 Menschen an die Kläranlage in Eschwege angeschlossen. „Ausgelegt ist die Anlage für rund 60 000 Menschen“, sagt Abwassermeister Thomas Bergner. Deswegen machen häufiger auftretende Starkregenereignisse den Klärwerkern keine Sorgen.

Das gehört nicht ins Abwasser

- Asche (lagert sich ab, zersetzt sich nicht)

- Farben, Lacke, Nagellackentferner (vergiften das Abwasser)

- Katzenstreu (lagert sich ab)

- Medikamente (vergiften das Abwasser)

- Motoröl und ölhaltige Abfälle (vergiften das Abwasser)

- Pflanzenschutzmittel (vergiften Abwasser)

- Putzmittel (vergiften das Abwasser)

- Schädlingsbekämpfungsmittel (vergiften das Abwasser)

- Speiseöle (führen zu Rohrverstopfungen)

- Speisereste (ziehen Ratten an)

- Chemikalien (vergiften das Abwasser)

- Slipeinlagen, Tampons, Binden, Kondome, Haare, Ohrenstäbchen (verstopfen Rohrleitungen, Pumpen und Kanäle)

- Zigarettenkippen, Rasierklingen, Korken und Flaschenverschlüsse (behindern die Abwasserreinigung).

Quelle: Zentralklärwerk Eschwege

Nadelöhre sind die rund 183 Kilometer langen Kanalleitungen in der Stadt Eschwege. Inzwischen werden die Haushaltsabwässer und das Regenwasser immer häufiger getrennt. Bei neuen Bauvorhaben wie dem Wohngebiet am Höhenweg gibt es ein Trennsystem. Die Abwässer gelangen zum Klärwerk, das Regenwasser wird über das Böhmental dem Grundwasser zugeführt. „Zu 80 Prozent haben wir in Eschwege aber noch Mischwasser“, sagt Bauer.

Nach Reinigung in drei Stufen wird das geklärte Wasser dem Kreislauf zugeführt. Über die Alte Wehre gelangt es gereinigt in die Werra. Damit das problemlos funktionieren kann, werden die Betonbauwerke der weiteren Klärstufen in der nächsten Zeit saniert.

Von Tobias Stück

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