Kreis rechnet bis 2025 mit 16,5 Prozent mehr Betroffenen

Demenz: Zahl der Erkrankten steigt an

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Werra-Meißner. Die Zahl der Menschen mit Demenz im Werra-Meißner-Kreis wird bis zum Jahr 2025 um 16,5 Prozent ansteigen. Derzeit leben im Kreisgebiet 2317 dementiell erkrankte Menschen, das ist etwa jeder Vierzigste. In zwölf Jahren werden es, nach Berechnungen auf Grundlage der Demenzquoten der Alzheimer Gesellschaft Deutschland, rund 2700 Betroffene sein.

„Wir sind eine vergreiste Region mit einem besonders hohen Anteil an hochbetagten Menschen und deshalb besonders vom Thema Demenz betroffen“, sagt Ilona Friedrich, Fachbereichsleiterin Soziales in der Kreisverwaltung. Deshalb hat man dort den Planungsbericht Demenz auf den Weg gebracht, um neben dem Ist-Zustand auch eine Handlungsperspektive für den Werra-Meißner-Kreis zu erhalten. Erstellt wurde der Bericht vom Demenzspezialisten und Diplom Pädagogen Henning Katen. Dieser stellte unter anderem fest, dass die Altersgruppe der über 80-Jährigen bis zum Jahr 2035 um etwa 30 Prozent zunehmen wird und damit auch die Demenzzahlen noch weiter steigen werden.

Nach der Analyse der Angebote für dementiell Erkrankte und deren Angehörigen im Kreis ist eine wichtige Erkenntnis des Planungsberichtes, dass es noch an Vernetzung fehlt. „Wir haben deshalb das Fachgremium Demenz wieder aufleben lassen“, erklärt Alexandra Sennhenn vom Seniorenbüro und Pflegstützpunkt des Werra-Meißner-Kreises. Einer der nächsten Schritte sei es nun, die Vereine, Verbände sowie stationäre und ambulante Pflegeanbieter unter einen Hut zu bekommen, um flächendeckend gute Angebote für Demente und deren Angehörige anbieten zu können. Denn Demenzkranke wollen so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung bleiben, stellt Katen fest. „Gerade für Angehörige ist Pflege zu Hause oft eine schwierige Situation“, sagt Sennhenn, die im Seniorenbüro Beratungen anbietet.

Von Diana Rissmann

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