Erzieher und Eltern fordern Rücknahme des KiFög-Gesetzes

Demo für Qualität in Kitas

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Die sechsjährige Lea Schöne aus dem Kindergarten Mauerstraße ist als Demonstrantin gegen das Kinderförderungsgesetz ganz ernsthaft bei der Sache. Mit ihr waren zahlreiche Kinder, Eltern und Erzieher aus Eschweger Kitas zur Demo gekommen. 

Eschwege. Rund 300 Kindergarten- und Hortkinder, Eltern und Erzieher aus allen zehn Eschweger Kitas sowie einer Wanfrieder Einrichtung haben sich am Montagabend auf dem Eschweger Marktplatz versammelt, um lautstark gegen das sogenannte Kinderförderungsgesetz (KiFög) zu demonstrieren, das am 1. Januar 2014 in Kraft treten soll.

„KiFög nein - Bildung muss sein“ skandierten die großen und kleinen Demonstranten und zeigten Transparente, unter anderem mit „Nein zum Kifög - Kita-Qualität im Sinkflug.“

Mit der Kundgebung schlossen sich die Eschweger Einrichtungen denen für Montag landesweit angekündigten Protesten gegen die geplante Einführung des Gesetzes zur Neuregelung der Betreuung in Kindertagesstätten an.

Mit Transparenten und Lampions waren auch die Kinder des Eschweger Waldorfkindergartens dabei.

„Das ist ein Gesetz, das seinen Namen nicht verdient“, sagte die Leiterin der Eschweger Kita Mauerstraße, Heidi Ott. „Wir haben große Sorge, dass sich die Qualität der Kinderbetreuung verschlechtert. Dagegen müssen wir ein Zeichen setzen.“

Der evangelische Pfarrer Christoph Dühr nannte das neue Gesetz ein „Kita-Verschlechterungsgesetz“.

Auch der Erste Stadtrat Rainer Brill (SPD) empfahl der Landesregierung, das Gesetz zurückzuziehen. „Es ist Ausdruck einer rückwärtsgewandten Familienpolitik“, sagte Brill. Zudem führe das Gesetz zum Abbau einer familienfreundlichen Infrastruktur, insbesondere im ländlichen Raum. „Wir brauchen kein KiFög, sondern 3000 zusätzliche Erzieher und 9000 weitere Kitaplaätze in Hessen.“ Der Stadtrat forderte die Demonstranten zu weiteren Aktionen auf. „Wir müssen verhindern, dass dieses Gesetzt umgesetzt wird.“

Das KiFög sieht unter anderem Einschnitte in den Betreuungszeiten sowie den Einsatz von nicht ausgebildetem Personal vor.

Von Stefanie Salzmann

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