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Wanfried: Den Klimaschutz auf der Agenda

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Das Dach des Wanfrieder Rathauses ist einer von sieben Orten in Wanfried, auf dem eine Sirene installiert ist.
Rathaus Wanfried © Stadt Wanfried

Die Wanfrieder Stadtverordneten diskutieren über Energiesparmaßnahmen und Windenergie.

Völkershausen – Von Klimaschutz und Verkehrswende über Energieversorgung bis hin zur Stadtparkgestaltung: Neben der Diskussion über die Umsetzung der Kindertagesstätte im DGH Altenburschla standen zahlreiche Themen auf der Tagesordnung der Wanfrieder Stadtverordnetenversammlung in Völkershausen.

Energiesparen

Auf Antrag der CDU-Fraktion soll der Magistrat prüfen, welche Möglichkeiten zur Energieeinsparung sofort realisierbar sind. „Es wäre ein falsches Signal, diesen Antrag abzulehnen, aber wir gehen davon aus, dass der Magistrat das immer berücksichtigt“, stellt Lisa Susebach (SPD) klar, bevor der Antrag einstimmig angenommen wird. Um den Bürgern das Energiesparen zu erleichtern, beantragt die FWG ferner die Erstellung eines Ratgebers: „Gerade in der aktuellen Situation ist das unerlässlich“, so Reiner Graf. Jutta Niklass (CDU) entgegnet, dass es schon viele Angebote gleicher Art gebe und verweist neben dem Internet insbesondere auf den Werra-Meißner-Kreis, welcher Flyer, Online-Infos und eine individuelle Beratung bietet: „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden“, so Niklass. Letztlich wird der Antrag bei 14 Gegenstimmen und zwei Enthaltungen abgelehnt.

Windenergie

„Der Ausbau der Windenergie stockt in Hessen erheblich. Auf dem Gebiet der Stadt Wanfried steht nicht ein Windrad“, begründet Graf den Antrag, Möglichkeiten zur Versorgung mit Windenergie zu prüfen. Roland Eisenberg (CDU) blickt auf erfolglose Pläne in der Vergangenheit und schlägt vor, den Antrag zu ändern, sodass der Magistrat sich zunächst mit den zuständigen austauschen soll. Bürgermeister Wilhelm Gebhard betont, dass nur die Wanfrieder Höhenlagen in Frage kämen und in der Vergangenheit vereinzelt heftiger Protest gegen Windräder aufgekommen sei. Der Antrag zum Austausch mit den Behörden wird einstimmig angenommen. In der abschließenden Bürgerfragestunde fragte Hartmut Vogt den Antragsteller provokant, „aus welchem Grund wir unsere Landschaft mit Windkraft zerfleddern“ sollten. Das gemeinsame Versorgungsgebiet mit Thüringer Kommunen könne seinen Bedarf nach Angaben Vogts zu 80 Prozent aus erneuerbaren Energien selbst versorgen. Graf entgegnet, dass Strom essenziell bleibe und Autarkie ein Irrglaube sei: „Es wird eine ewige Diskussion bleiben, wer vorangeht und wer die anderen machen lässt“.

Wanfrieder Stadtpark

Der Magistrat solle auf Antrag der CDU-Fraktion Möglichkeiten zur Umgestaltung des Stadtparks prüfen. Graf (FWG) kritisiert den Zeitpunkt des Antrags aufgrund der finanziellen Ungewissheit als denkbar ungünstig, zudem enthalte der Vorschlag „zu viel heiße Luft und keine Pläne“. Susebach (SPD) schlägt vor, den Park in das aktuelle Stadtentwicklungskonzept zu integrieren, woraufhin Gebhard zustimmend die Zusammenhänge mit der Grundschulnutzung, der Straßensanierung, dem historischen Hintergrund und Fördermaßnahmen betont.

Nach Rücksprache zwischen CDU und SPD ergänzt Eisenberg (CDU) den Antrag um die Einbeziehung des Stadtentwicklungskonzepts.

Resolution

Land und Bund sollen dringend aufgefordert werden, die „verschlafene Verkehrswende voranzutreiben“, fordert Antonia Krämer (Die Linke). Welf Lange (CDU), welcher sich zum Abschluss der Sitzung aus privaten Gründen aus der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet, erwartet nicht, „dass sich etwas tun würde. Einigen Punkten kann ich auch nicht ohne Weiteres zustimmen“. Letztendlich wird die Resolution bei acht Ja-Stimmen mit geschlossenen Gegenstimmen der CDU abgelehnt. Von Lorenz Schöggl

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