Wasserflächen im Werratal von Vorteil

Biber breitet sich im Werratal aus - Totfund bei Schwebda dient zu Lehrzwecken

Ein präparierter Biber.
+
Nachdem der Biber am Gut Schwebda tot aufgefunden wurde, dient er nun weiter für Lehrzwecke – zum Beispiel in den Schulen im Werra-Meißner-Kreis.

Einen im Januar beim Gut Schwebda tot aufgefundenen Biber hat der Jagdverein Hubertus Kreis Eschwege für Lehr- und Ausbildungszwecke präparieren und erhalten lassen.

„Der Jagdverein fühlt sich für die Erhaltung aller frei lebenden Tierarten verantwortlich, unabhängig davon, ob sie jagbar sind oder nicht“, sagt Rainer Stelzner, der Vorsitzende des Jagdvereins. Gleichzeitig halte es der Verein für seine Pflicht, das Wissen gerade um seltene Tierarten zu fördern.

Besonders gelte das für angehende Jäger, die sich im jährlich stattfindenden Ausbildungslehrgang des Jagdvereins auf die Prüfung vorbereiten. „Daher bedanken wir uns bei der Familie von Dönhoff, dass sie den Biber gesichert und unserem Verein für Ausbildungszwecke zur Verfügung gestellt hat“, sagt Stelzner.

Nachdem der Werra-Meißner-Kreis kostenfrei eine artenschutzrechtliche Genehmigung zur Präparation des Bibers erteilt hat, ist das Tier nun vom Präparator zurück.

„Die Darstellung ist lebensecht, naturnah und gelungen“, sagt Stelzner. Neben dem Jagdverein stünde der Biber nun auch den Schulen im Werra-Meißner-Kreis, den Jugendwaldtagen und dem Naturpark für Lehr- und Ausbildungszwecke zur Verfügung.

„Leider ist das schon der zweite Totfund eines Bibers im Eschweger Werrabecken, nachdem bereits im Juli 2015 ein starker Biber am Werratalsee bei Grebendorf überfahren wurde“, sagt der Vorsitzende des Jagdvereins. Die großen Nager breiteten sich derzeit entlang der Werra aus. Bei Herleshausen gebe es schon seit einigen Jahren regelmäßig Bibernachwuchs und auch bei Wanfried wurden schon Biber beobachtet.

„Nördlich von Bad Sooden-Allendorf gelang einem Jäger erst kürzlich ein Video eines schwimmenden Bibers, und auch rund um Witzenhausen gibt es Bibernachweise“, sagt Stelzner. Die großen Wasserflächen im Werratal, wie zum Beispiel der Werratalsee, mit denen sie umgebenden Weidendickichten boten dem streng vegetarisch lebenden Biber ausreichend Nahrung und Lebensraum.

Dies alles lasse hoffen, dass Meister Bockert – so der Name des Bibers in der Fabel – bald wieder ein fester Bestandteil der heimischen Tierwelt im Werra-Meißner-Kreis werde, so Rainer Stelzner.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare