Dezember: In der Region war es extrem dunkel - Darum sind wir so müde

Werra-Meißner. So dunkel war es lange nicht mehr: Im vergangenen Dezember registrierten die Meteorologen für die Region nur 11,5 Sonnenstunden. Der Durchschnittswert für Dezember – er ist ohnehin der trübste Monat – liegt bei 33 Stunden Sonnenschein, sagt Diplom-Meteorologe Jürgen Schmidt vom Wetterdienst Wetterkontor.

Seit 30 Jahren habe es keinen niedrigeren Wert gegeben. Zum Vergleich: Im Dezember 2016 maß die für den Raum Kassel maßgebliche Wetterstation in Schauenburg-Elgershausen 48 Sonnenstunden. „Der vergangene Dezember war schon sehr extrem“, bilanziert Schmidt mit Blick auf den starken Tiefdruck-Einfluss. Die Region ist da übrigens keine Ausnahme. Insbesonders in der Mitte und im Westen Deutschlands war die Dezembersonne rar, bestätigt Gerhrad Lux, Sprecher beim Deutschen Wetterdienst. Negativer Spitzenreiter ist Bad Marienberg im Westerwald, wo die Dezembersonne nur zwei Stunden schien; im bayrischen Oberstdorf gab es hingegen satte 74 Stunden Sonnenschein.

Der Mangel an Tageslicht hat Einfluss auf unsere Stimmung, erläutert die Psychologie-Professorin Dr. Heidi Möller von der Uni Kassel. „Die Ausschüttung des Hormons Melatonin reguliert unseren Tag- und Nacht-Rhythmus. Bei zu wenig Licht gerät dieser Prozess in Unordnung: Man vermutet, dass der Melatoninabbau blockiert und zu wenig Serotonin produziert wird.“ Die Folge seien Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Möller empfiehlt Aktivitäten im Freien – auch bei bedecktem Himmel: „Das natürliche Tageslicht ist deutlich hilfreicher als die Zimmerbeleuchtung.“

Meteorologe Schmidt macht indes Hoffnung auf besseres Wetter: Ab Sonntag strömt von Nordosten her trockene Luft nach Kassel. Die Chancen auf Sonne – im noch jungen Januar schien sie bislang 1,6 Stunden – steigen wieder an. Ein kalter, schneereicher Winter ist aber nicht in Sicht. Von Anja Berens

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