Digitale Lösungen im Werra-Meißner-Kreis

Die Verwaltung der Zukunft: Kreis und Kommunen wollen smarte Städte

Parkplatz für das E-Auto: Wie sich Mobilität in den Alltag der Bürger integrieren lässt, und zwar möglichst ressourcenschonend, ist nur ein Aspekt beim Modellprojekt „Smart Cities“.
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Parkplatz für das E-Auto: Wie sich Mobilität in den Alltag der Bürger integrieren lässt, und zwar möglichst ressourcenschonend, ist nur ein Aspekt beim Modellprojekt „Smart Cities“.

Im Elektrobus zur Schule fahren, das Kind von zu Hause aus über die Smartphone-App im Kindergarten anmelden und vor der Fahrt in die Stadt online nachschauen, ob es genügend freie Parkplätze gibt. So könnten „Smart Cities“ auch Kreis aussehen.

Dabei handelt es sich um ein vom Bund gefördertes Modellprojekt. Nun wollen sich der Werra-Meißner-Kreis und einige Kommunen im Kreis um die Teilnahme bewerben.

Welche Gemeinden im Kreis haben Interesse an dem Programm?

Neben der Kreisverwaltung haben auch die Kommunen Eschwege, Großalmerode, Meißner, Sontra, Waldkappel, Wanfried und Weißenborn Interesse an einer Teilnahme an dem Projekt bekundet, teilte Frederik Geier, Stab Verwaltungsleitung und -steuerung, am Montag in der Sitzung des Hauptausschusses des Kreistages des Werra-Meißner-Kreis mit.

Was ist „Smart Cities“?

Das Modellprojekt „Smart Cities“ beschäftigt sich mit der Stadt der Zukunft. Laut Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat steht der Begriff „für die Entwicklung und Nutzung digitaler Technologien in fast allen Bereichen auf kommunaler Ebene“.

Das heißt, dass auch Städte und Gemeinden sich etwa Software und Apps zunutze machen sollen. Dadurch sollen zum Beispiel Verwaltungsaufgaben schneller und einfacher zugänglich gemacht werden und ressourcenschonender gearbeitet werden, wie durch das Einsparen von Papier.

Was will die Bundesregierung mit dem Projekt bewirken?

Bislang würden digitale Angebote hauptsächlich von Menschen in ihrem privaten Bereich und von Unternehmen genutzt. Das soll sich mit dem Modellprojekt „Smart Cities“ ändern. Mit der Aufnahme in das Förderprogramm sollen Kommunen dabei unterstützt werden, „die Digitalisierung strategisch im Sinne einer integrierten nachhaltigen Stadtentwicklung zu gestalten“.

Ziel sei die Entwicklung und Erprobung digitaler Strategien für das Stadtleben der Zukunft. Aber immer unter Beachtung von ökonomischen, ökologischen und sozialen Faktoren. Das reicht von einer effizienteren Mobilität, über die digitale Verwaltung bis hin zur bedarfsgerechten Energieerzeugung.

Warum wurde das Projekt ins Leben gerufen?

Das Modellprojekt „Smart Cities“ ist teil des Koalitionsvertrages der Bundesregierung. Seit 2019 soll dadurch die Digitalisierung in Städten, Gemeinden und Landkreisen in ganz Deutschland gefördert werden. Dabei sollen die Teilnehmer aber laut Ministerium nicht isoliert voneinander arbeiten, sondern ihre Ideen miteinander teilen.

Das betrifft zum Beispiel auch Software. Die mit Fördergeld entwickelten Software-Programme sollen allen zur Verfügung gestellt werden. Das könnte zum Beispiel eine Smartphone-App sein, die freie Parkplätze anzeigt und den Autofahrer direkt dorthin navigiert.

Wie sieht der Ablauf des Programms aus?

Das Modellprojekt „Smart Cities“ besteht für die Teilnehmer aus zwei Phasen. Zuerst kommt die Entwicklung der kommunalen Ziele mit einer Ausarbeitung von Strategien und Maßnahmen für die Gestaltung der Digitalisierung. In einem zweiten Schritt erfolgt dann die Umsetzung der Ziele, Strategien und Maßnahmen.

Mit wie viel Geld wird das Programm gefördert?

Bezuschusst werden Teilnehmer mit bis zu 65 Prozent der förderfähigen Kosten. Die übrigen 35 Prozent und mehr sind als Eigenanteil zu tragen. Eine Ausnahme wird laut Ministerium bei Kommunen gemacht, die „in Haushaltsnotlage sind“.

Dann kann sich der Zuschuss auf bis zu 90 Prozent erhöhen. Die zuständige Kommunalaufsicht müsse aber bestätigen, dass sich der Antragsteller in einer Haushaltsnotlage befände. (Hanna Maiterth)

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